Anfang Juli wurden die Karten bei Borussia Mönchengladbach neu gemischt. Der neue Trainer ​Marco Rose bringt ein anderes Spielsystem mit, vertraut hauptsächlich auf ein 4-4-2 mit Mittelfeld-Raute. Dafür verstärkte Sportdirektor Max Eberl den Kader mit passendem Personal. Mit 27 Feldspielern ist das Aufgebot im Hinblick auf die Dreifachbelastung durch den Europapokal breit aufgestellt, dass alle im Laufe der Saison zum Einsatz kommen werden, ist jedoch zweifelhaft, wie sich schon in den ersten Wochen abzeichnet. Die folgende Liste beinhaltet die größten Verlierer des Saisonstarts.


Michael Lang

Borussia Moenchengladbach v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

 ​Als Rechtsverteidiger Stefan Lainer für 12,5 Millionen Euro von RB Salzburg verpflichtet wurde, 

war klar, dass Michael Lang keine Zukunft mehr im Borussia Park besitzt. Der Schweizer, der erst nach der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr vom FC Basel kam und in der abgelaufenen Saison nur 17 Bundesligaspiele absolvierte, hat unter Marco Rose keine Chance auf einen Stammplatz und ist seit geraumer Zeit auf dem Markt. 


Die neuste Spur führt zu Werder Bremen, bis zum Transferschluss am zweiten September wird er die Borussia mit hoher Wahrscheinlichkeit verlassen.


Andreas Poulsen

Andreas Poulsen

Vor einem Jahr wagte Andreas Poulsen den Sprung vom FC Midtjylland zu Borussia Mönchengladbach. Langfristig sollte der 19-jährige Däne Oscar Wendt auf der linken Abwehrseite ersetzen, nach der Verpflichtung von Ramy Bensebaini dürfte dieser aber in Zukunft den Vorzug genießen. 


Poulsen spielt in dieser Saison keine Rolle, könnte den Klub daher leihweise verlassen. Sein Vertrag läuft bis 2023.


Raffael

Raffael

Raffael war in den vergangenen Jahren unverzichtbar. Der Brasilianer ist ein Ausnahmekünstler, absolvierte bislang 191 Pflichtspiele für Gladbach und verzückte die Fans mit 71 Toren und 35 Torbeteiligungen. Seine Defizite in der Geschwindigkeit sowie mehrere Verletzungen in der vergangenen Saison verringern jedoch die Chancen auf einen Stammplatz. Rose setzt in der Spitze auf Wucht und Tempo, weshalb Raffael wohl überwiegend als Joker zum Einsatz kommen wird. 


Ibrahima Traoré

Ibrahima Traore

Auch Ibrahima Traoré war in der jüngeren Vergangenheit von vielen Verletzungen geplagt. Der 43-fache Nationalspieler Guineas stand in den letzten drei Spielzeiten in nur 48 Pflichtspielen auf dem Platz. Erst sieben Mal kam er im Kalenderjahr 2019 zum Einsatz, unter anderem in der Schlussphase beim 0:0 gegen Schalke 04 am ersten Spieltag. 


Da die Borussia künftig überwiegend ohne klaren Flügelspieler aufläuft, muss sich Traoré einen Platz auf einer anderen Position erst erarbeiten - doch die Konkurrenz ist riesig, und nach den langen Verletzungspausen fehlt dem 31-Jährigen die Spielpraxis. 


Patrick Herrmann

Patrick Herrmann

Das Flügel-Problem gilt auch für Patrick Herrmann, wenngleich Rose bereits einen Platz für den 28-Jährigen gefunden hat. Herrmann, der seinen Vertrag im Mai bis 2022 verlängerte, wurde in der Vorbereitung für die Sturmspitze eingeplant und absolvierte einige Testspiele auf dieser Position. Da Alassane Plea und Marcus Thuram gesetzt sind, wird Herrmann auf seine Chance warten müssen. 


Jonas Hofmann

Jonas Hofmann

Dass Jonas Hofmann derzeit in gewisser Weise als Verlierer dasteht, hat nichts mit dessen sportlichen Leistungen zu tun. Der Mittelfeldspieler erlitt einen Innenbandriss, wird voraussichtlich bis Mitte Oktober ausfallen. Die Verletzung wirft ihn zunächst zurück, die große Konkurrenz im Mittelfeld wird es ihm nicht leicht machen, seinen Stammplatz auf Anhieb zurückzuerobern. Denn obwohl er auch unter Rose gesetzt schien, gibt es in Mönchengladbach keinen sicheren Stammplatz für Feldspieler.