Beim Auftaktspiel gegen den FC Parma beeindruckte ​Juventus Turin in der offiziellen Aufstellung​ nicht sonderlich mit dem Personal, das auf dem Platz stand, sondern mit der Ersatzbank. Neben einigen Stars wie Emre Can, Paulo Dybala oder Gianluigi Buffon mussten auch die beiden Neuzugänge Adrien Rabiot und Matthijs de Ligt zunächst zusehen. Letzterer war einerseits enttäuscht, konnte die Entscheidung andererseits aber nachvollziehen.


In Parma begannen die routinierten Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci, für de Ligt, der dem italienischen Serienmeister stolze 85,5 Millionen Euro wert war, blieb daher nur ein Platz auf der Bank. Das Ersatzaufgebot war ein Sinnbild der Kritik von Maurizio Sarri, der ​aufgrund einer Lungenentzündung nicht im Stadion anwesend war, künftig aber die Qual der Wahl besitzt - denn die Qualität des Kaders, mit dem der 60-Jährige ab dieser Saison arbeitet, ist auch in der Breite enorm.


Eigentlich, müsste man meinen, dürfe sich Sarri nicht beschweren. Aber wenn plötzlich Hochkaräter wie de Ligt, Dybala, Can, Rabiot oder Federico Bernardeschi auf der Bank sitzen und ein Aaron Ramsey gar nicht erst im Kader steht, während Cristiano Ronaldo, Douglas Costa, Miralem Pjanic, Leonardo Bonucci, Alex Sandro und Mattia De Sciglio in der Startelf stehen, dann ist das Luxusproblem etwas zu groß. 

Maurizio Sarri

  Zu viele Stars für Maurizio Sarri - Der Italiener steht bei der Nominierung seiner Startelf jede Woche vor einer neuen Herausforderung.


Gerade im Hinblick auf die Champions League monierte Kettenraucher Sarri vor zwei Wochen (via Eurosport): "Wir müssen noch sechs Spieler aus unserem Champions-League-Kader streichen. Wenn wir es nicht tun, sind die Entscheidungen, die wir treffen müssen, verrückt. Die letzten 20 Tage auf dem Markt werden für uns alle schwierig. Es ist eine schwierige, peinliche Situation, weil wir riskieren, Top-Spieler aus dem Kader zu streichen."


De Ligt weiß: "Ich muss mir meinen Platz erarbeiten"


Abwehr-Juwel de Ligt entschied sich nach langem hin und her für Juve, obwohl ein Wechsel zum FC Barcelona monatelang als so gut wie sicher galt. Seine Zeit wird ohne Frage noch kommen, die Enttäuschung war dennoch vorhanden: "Natürlich hätte ich am liebsten gespielt", wird der 19-Jährige von der niederländischen Tageszeitung AD zitiert, "aber ich respektiere die Entscheidung des Trainers." 

Matthjs De Ligt

   Darf zunächst nur zusehen: Matthijs de Ligt blieb in Parma nur der Platz auf der Bank übrig.


Trotz aller Ambitionen wolle er realistisch bleiben. In Italien, sagt der jüngste Kapitän in der Geschichte von Ajax Amsterdam, müsse er sich noch eingewöhnen - und seine Konkurrenten seien schließlich auch nicht von schlechten Eltern: "[Giorgio] Chiellini und [Leonardo] Bonucci wurden sehr lange als das beste Verteidiger-Duo der Welt gesehen. Es ist nicht so, dass du dann mal eben im Eröffnungsspiel spielst. Ich muss mir meinen Platz in dieser Saison selber erarbeiten." 


Insgesamt ist er dennoch zufrieden. "Die ersten fünf Wochen", berichtet de Ligt, "haben mir gut gefallen." Der Fußball sei körperlich anspruchsvoll, doch er könne schon jetzt erste Fortschritte feststellen. Ohnehin betreffe die Eingewöhnungsphase nicht das Spiel auf dem Platz, da Sarri wie Erik ten Hag offensiv spielen lasse. Viel mehr  müsse er sich an das Leben in Italien gewöhnen, die neue Sprache daher "schnell" lernen. Mit den wichtigsten Begriffen auf dem Feld sei er mittlerweile vertraut, dennoch besuche er fünf Mal die Woche einen Sprachkurs, um sich in Turin einzuleben.