​Vor etwas mehr als zwei Jahren nahm der ​VfL Wolfsburg den hoch gelobten Paul-Georges Ntep unter Vertrag. Doch in seiner Zeit in der Bundesliga konnte er kaum für Aufmerksamkeit sorgen, schon bald hatte der Kameruner keine Perspektive mehr bei den Wölfen. Nun steht er vor dem endgültigen Abschied.


Er hatte das Potential zu einem Königs-Transfer. Paul-Georges Ntep wurde im Januar 2017 mit großen Erwartungen aus Rennes verpflichtet. In der ​Bundesliga sollte er den nächsten Schritt machen und zum Star werden, doch für den Profi lief es überhaupt nicht rund. Nach einer sensationellen Zeit in Frankreich kam Ntep in Deutschland nicht in Fahrt.


Heute ist der Mittelfeldspieler 27 Jahre alt, eine Zukunft besitzt er beim VfL nicht mehr. So langsam wird klar, dass sich das große Missverständnis dem Ende neigt und Ntep den Verein verlassen wird. Denn in Wolfsburg spielt er schon lange keine Rolle mehr. Der neue Trainer Oliver Glasner sortierte den Profi aus und versetzte ihn in die U23-Auswahl. Doch der Kameruner zeigt sich im Nachhinein nicht empört.

Paul-Georges Ntep

Ntep fand sich in Wolfsburg nie wirklich zurecht



„Das war auch mein persönlicher Wunsch. Ich wollte die Mannschaft nicht stören und konnte in der Reserve endlich wieder spielen", so Ntep im Sportbuzzer. Trotz der großen Enttäuschung schiebt er die Schuld nicht auf den Verein, sondern gesteht sich selbst die Fehler ein: „Ich habe großen Respekt vor dem VfL. Natürlich gab es viele Veränderungen im Verein, aber ich persönlich habe einiges einfach nicht gut gemacht.“


Ntep sieht einige Gründe für sein Scheitern beim VfL, dabei ist vor allem die Kombination aus allen Geschehnissen tragisch zu betrachten. „Für mich war es nicht einfach. Es gab viele Dinge, die nicht gut gelaufen sind. Ich hatte Verletzungen und letztlich stand ich einfach nicht auf dem Platz, weil ich nicht besser war als meine Kollegen.“ Nteps Zeit in Wolfsburg endete also, bevor sie richtig begonnen hat. Deswegen stand er in der vergangenen Saison kein einziges Mal auf dem Platz.


Ntep war schnell außen vor


Auch die vorherigen 18 Monate verliefen nur wenig besser.​ Erste Einsätze sammelte er in der Rückrunde vor zwei Jahren, insgesamt lief er für die Profis allerdings nur 19 Mal auf. Mehr als drei Vorlagen konnte der Kameruner dabei nicht vorweisen, auch eine zwischenzeitliche Leihe zum AS Saint-Étienne brachte ihn nicht zur alten Form zurück. Nach der Gewissheit, dass ihm nun eine ähnlich frustrierende Saison bevor stehen könnte, rückt sein Wechsel näher.

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Auch eine Leihe zu Saint-Étienne brachte nicht den gewünschten Effekt



Zwar besitzt er beim VfL noch einen Vertrag bis 2021, doch auch aufgrund seines hohen Gehalts - etwa vier Millionen Euro - will Wolfsburg einen Verkauf forcieren. Für das kommende Jahr hat Ntep einen klaren Plan: „Nach einem Jahr ohne Einsatz bei den Profis ist es Zeit für eine Veränderung. Es ist für mich keine Option, hier zu bleiben. Ich möchte einfach wieder auf dem Platz stehen und meiner Mannschaft helfen", so Ntep.


Eine Rückkehr in die französische Liga ist denkbar, der zweifache Nationalspieler sieht seine Zukunft jedenfalls nicht in Deutschland. „Ich denke, es geht ins Ausland.“ Schlussendlich gibt sich Ntep aber weiterhin kämpferisch und möchte das Kapitel in Wolfsburg abhaken. „Es gibt viele Spieler, denen das auch schon passiert ist. Das kann passieren.“ Zwar funktionierte es für ihn beim VfL überhaupt nicht, doch seine Karriere könnte noch einiges bereit halten.