Bei der gestrigen ​Niederlage gegen RC Strasbourg (1:0) in den Playoff-Spielen der Europa League war Ante Rebic der traurige Tiefpunkt einer insgesamt durchwachsenen Leistung von ​Eintracht Frankfurt. Auch Trainer Adi Hütter kritisiert seinen Stürmer ungewohnt scharf.


Absicht oder nicht, das war gestern alles andere als eine gute Leistung von Ante Rebic. Von Trainer Adi Hütter im Sturm aufgeboten, schien es eher so, als würde sich der Stürmer wegstreiken wollen. Ein Lustlos-Auftritt, der die Gemüter erhitzte. 


Lustlos-Auftritt sorgt für internen Ärger


Vor allem - aber nicht nur - der Trainer kritisierte ihn nach dem Spiel scharf: "Wenn ich für Eintracht Frankfurt spiele, möchte ich, dass man sich zerreißt. Das habe ich heute nicht gesehen. Wir werden uns mit ihm zusammensetzen und Klartext sprechen." Hütter weiter: "Wenn er hier bleiben möchte, will ich, dass er dies auch zeigt. Wenn nicht, müssen wir eine Lösung suchen."


Bereits in der Halbzeit signalisierte Rebic, dass er sich auswechseln lassen möchte. Hütter kam dies entgegen, betonte jedoch, dass die Auswechslung auch ohne Signal vom Spieler passiert wäre. "Ich habe aufgrund seiner Leistung auch kein Verständnis", sagte er gegenüber RTL Nitro. "Im Kabinengang hat er mir angezeigt, dass er ausgewechselt werden möchte - ich hätte ihn aber auch so rausgenommen." An Seiner spielte dann Goncalo Paciencia die zweite Halbzeit.


Doch es gibt nicht nur Kritik vom Trainer. Auch die ganze Mannschaft scheint ziemlich enttäuscht und wütend über diesen Auftritt zu sein. Torhüter Kevin Trapp kritisierte die Einstellung, wenn auch ohne Namen: "Wir haben in der ersten Hälfte extrem viele Räume gelassen, weil nicht alle mitgearbeitet haben."

Gert Kams,Ante Rebic

Ob Rebic das Frankfurt-Trikot noch länger tragen wird, ist fraglich...



Ein Nachspiel wird diese Nicht-Leistung auch noch haben. Wie Hütter schon ankündigte, wird man mit dem  25-Jährigen ernste, kritische Gespräche führen (müssen). Sollte Rebic auf diese Art einen Wechsel erzwingen wollen, wäre das alles andere als die feine englische Art. Sportdirektor Bruno Hübner hofft in einem solchen Fall auf ein vernünftiges, vorzeitiges Signal: "Wenn er uns verlassen sollte, muss es geklärt sein, dass wir auf dem Markt noch einmal handeln können - das ist klar." Über die letzten Wochen war er immer mal wieder mit Atlético Madrid und Inter Mailand in Verbindung gebracht worden. 


Ein Auftritt, der nicht nur um Rebic noch ein Nachspiel haben wird. Durch die 1:0-Niederlage gerät nun auch die Qualifikation für die Europa League in Gefahr. Im Rückspiel wird man im heimischen Stadion mit den Fans im Rücken die Ausganslage drehen müssen. Das Spiel findet nächste Woche Donnerstag statt.