Mit dem Transfer von ​Mats Hummels haben die Verantwortlichen von Borussia Dortmund ein Problem vergangener Tage gelöst. Denn neben dem Rückkehrer verfügt auch Manuel Akanji über eine hohe Qualität im Aufbauspiel, weshalb die vorderste Linie des Gegners die Spieleröffnung nicht mehr damit unterbinden kann, einen der beiden Innenverteidiger unter Druck zu setzen. Wie Hummels im kicker erklärte, eröffnet dies dem BVB weitere taktische Möglichkeiten.


In seiner ersten Amtszeit in Schwarz-Gelb begann Mats Hummels neben Neven Subotic, später nahm der Grieche Sokratis neben ihm in der Viererkette Platz. Beide Akteure erledigten ihre Aufgaben gegen den Ball zuverlässig, im Spiel nach vorne waren sie aber weniger effizient. Das Aufbauspiel war daher auf Hummels gelenkt, der in der Folge entsprechend früh attackiert wurde.


Auch in Hummels' Abwesenheit blieb dieses Problem erhalten. Manuel Akanji überzeugte in der abgelaufenen Spielzeit mit einer Passquote von 93,1 Prozent, Abdou Diallo oder Dan-Axel Zagadou konnten bisweilen aber nicht überzeugen. Nun besitzt Trainer Lucien Favre mit Hummels und Akanji gleich zwei Innenverteidiger, die wertvoll für die Spieleröffnung sind - was dem Spiel des BVB nur zu Gute kommt.

Mats Hummels,Osayamen Osawe

  Der neue alte Abwehrchef: Mats Hummels soll seine Mitspieler gekonnt in Szene setzen



"So kann man das Spiel auf eine Seite lenken", weiß Hummels. Sobald einem der Innenverteidiger die Passwege zugestellt werden, ergeben sich für den freistehenden Kollegen neue Anspielstationen, um die Linien der gegnerischen Mannschaft zu überbrücken. "Bei uns können auch andere wunderbar nach vorne spielen. Es ist gut, diese Option zu besitzen", fuhr Hummels fort. Dies sei auch von Nöten, heutzutage sei es "im Fußball schwierig, sich als Innenverteidiger ohne fußballerisches Können auf höchstem Niveau zu behaupten."


"Besonderer Moment" gegen kleine Gegner?


Der Weltmeister wird überwiegend jedoch der Hauptverantwortliche für den Aufbau bleiben. "Mats hat die besondere Qualität, den Ball gegen tief stehende Mannschaften hinter die letzte Linie zu legen", schwärmt Sebastian Kehl, der selbst einige Jahre mit Hummels auf dem Platz verbrachte. Dieser könne einen "besonderen Moment" erzeugen, um womöglich ein entscheidendes Tor zu initiieren. 

Sebastian Kehl

  Sebastian Kehl kennt die Qualitäten eines Mats Hummels ganz genau - und ist sich sicher, dass diese speziell gegen kleine Mannschaften helfen werden



Speziell gegen vermeintlich kleine Mannschaften tat sich der BVB in der vergangenen Saison schwer. Nur ungerne wird man sich an das 0:0 beim 1. FC Nürnberg oder dem 1:2 gegen den FC Augsburg erinnern. Hummels' Aufgabe ist es dementsprechend, seinen Mannschaftskollegen dank seiner präzisen Balle Räume zu eröffnen, indem der Gegner überspielt wird. Genügend Tempo besitzen die Angreifer allemal, Mut zum Risiko sowieso.


"Wir werden immer spielerische Lösungen finden", ist sich Kehl sicher. Dafür bedienen sich die Dortmunder aber nicht nur an den Qualitäten von Mats Hummels, sondern auch an denen von Manuel Akanji. "Er ist ein technisch hoch versierter Spieler, und er ist ebenso in der Lage, den Ball vertikal ins Mittelfeld zuspielen oder von hinten anzudribbeln", so der Lizenzspielerleiter.