​Zwar nicht ganz ernst gemeint, aber beim Blick auf die Bilanzen des ​Hamburger SV könnte man den Schluss ziehen: je mehr Misserfolg, um so geringer das Minus. 


Dieses scheinbare Paradoxon hat aber einen ganz logischen Grund. Beziehungsweise deren drei. Tatsächlich hatte der Hamburger Traditionsklub zum Zeitpunkt des Finanzierungsplans für die kommende Saison ​im Frühjahr mit einem Fehlbetrag von bis zu 20 Millionen Euro gerechnet. Doch drei hauptsächliche Faktoren spielten dem HSV laut Abendblatt (zumindest bilanz-technisch) in die Karten:


1. Der nicht geglückte Wiederaufstieg. Dieser sportliche Super-GAU hatte zumindest unmittelbar einen positiven kaufmännischen Effekt. Denn: Der HSV musste keinerlei Erfolgsprämien auszahlen.


2. Der Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals. Kalkuliert hatten die Hanseaten mit dem Erreichen der zweiten Runde. Am Ende wurden es drei Runden mehr, und entsprechend klingelten die Kassen.


3. Kerem Demirbay. So clever waren sie damals dann doch, dass sie sich beim schon fast als lächerlich zu bezeichnenden Verkauf des heutigen Nationalspielers (die ​TSG Hoffenheim zahlte den beinahe als beleidigend anzusehenen Mini-Betrag von 1,7 Millionen Euro) wenigstens noch eine Klausel über einen Weiterverkauf in den Vertrag schreiben ließen. 

Demirbay wechselte in diesem Sommer für satte 32 Millionen Euro von Sinsheim nach Leverkusen - und der HSV kassierte wenigstens da noch ein bisschen ab: 3,2 Millionen Euro. 


In der Summe also ein vorher nicht einkalkuliertes Bilanz-Plus von nahezu zehn Millionen Euro, welches das befürchtete Minus (in Höhe von 20 Millionen) auf die Hälfte einschmolz. 


Davon jetzt aber abzuleiten, dass man den angepeilten Wiederaufstieg im nächsten Jahr vielleicht doch nicht braucht, wäre jedoch fatal.