​Wie schnelllebig das Fußballgeschäft sein kann, zeigt derzeit der Fall Nicolas Gonzalez eindrucksvoll auf. Noch vor wenigen Monaten - auch aufgrund seines folgenschweren Patzers in der Relegation - bereits als Fehleinkauf abgestempelt, ist der Angreifer des VfB Stuttgart derzeit heiß begehrt und wird unter anderem von der PSV Eindhoven umworben. Angeblich liegt die Ablöseforderung aber deutlich über deren Limit.


An Einsatz hatte es bei Gonzalez auch in der Vorsaison nicht gemangelt. Lediglich in Sachen Torgefahr blieb der junge Argentinier doch einiges schuldig und wirkte in vielen seiner Aktionen noch zu unüberlegt. Wie wichtig die quirlige Spielweise des 21-Jährigen für den VfB aber noch werden kann, zeigte der Argentinier am vergangenen Spieltag eindrucksvoll auf. 

FBL-GER-BUNDESLIGA-RELEGATION-UNION BERLIN-STUTTGART

Nicolas Gonzalez scheut vor keinem Duell zurück



Als klar wurde, dass die Stuttgarter mit ihrem Ochsen-Sturm aus Hamadi Al Ghaddioui und Mario Gomez gegen die Kiezkicker des FC St. Pauli nicht ihre volle Durchschlagskraft entfalten können, brachte Gonzalez nach seiner Einwechslung frischen Wind in die Offensive und belohnte sich in den Schlussminuten mit seinem Siegtreffer für seinen tollen Auftritt.


Werbung in eigener Sache


Die starke Darbietung des Stürmers war umso überzeugender, wenn man bedenkt, dass Gonzalez Teile der Saisonvorbereitung nicht mitmachen konnte und stattdessen mit einer argentinischen U23-Auswahl zum Titelgewinn der panamerikanischen Spiele stürmte​. Dabei machte der VfB-Profi durch seine gelungenen Auftritte auch Klubs aus dem Ausland auf sich aufmerksam.


Laut übereinstimmenden Medienberichten, darunter auch dem kicker, soll vor allem die PSV Eindhoven intensiv über eine Verpflichtung des Offensivjuwels nachdenken. Dem Vernehmen nach wären die Bosse des niederländischen Klubs dazu bereit, für Gonzalez rund 13 Millionen Euro auf den Tisch zu legen. Hatten beide Vereine in Sachen Timo Baumgartl, der erst unlängst vom VfB an PSV transferiert wurde, noch auf einer Wellenlänge gefunkt, scheinen bei Gonzalez die Vorstellungen hingegen weit auseinander zu liegen.


Walter von Gonzalez überzeugt


Wie der kicker in Erfahrung gebracht haben will, wären die Schwaben erst ab einer Summe von rund 30 Millionen Euro gesprächsbereit. Bei einer solchen Summe wäre aber PSV definitiv raus und auch die angeblich ebenfalls interessierten Kaderplaner von Inter Mailand wären wohl kaum bereit (wenn überhaupt in der Lage) für den Linksfuß derart tief in die Tasche zu greifen.


Das Spielerprofil von Nicolas Gonzalez:

Position​MS​
​Alter21​
​Nationalität​argentinisch
​Marktwert​6,5 Mio. Euro
​Spiele für den VfB​34
​Tore für den VfB​3
​Vertragslaufzeit​30.06.2023


(Marktwert laut transfermarkt.de)


Cheftrainer Tim Walter zeigte sich auf der Pressekonferenz des VfB vor dem ​Gastspiel beim FC Erzgebirge Aue daher ​demonstrativ gelassen. "Dass so namhafte Mannschaften unsere Spieler haben wollen, ist doch toll. Das ist doch ein Indiz dafür, dass wir nicht die falschen Spieler haben", so der 43-Jährige.


Eine Schmerzgrenze gäbe es zwar immer, im Fall von Gonzalez fiele diese aber "sehr hoch" aus. Weitaus wahrscheinlicher erscheint daher derzeit eine Trennung von Anastasios Donis, der auch unter Walter nicht erste Wahl ist und für das Spiel in Aue aufgrund potenzieller Transferverhandlungen gar nicht erst berücksichtigt wurde.