Christian Heidel trat als Sportvorstand und quasi Alleinherrscher des ​FC Schalke 04 im Februar 2019 nach einer deftigen Niederlage gegen ​Mainz 05 von seinem Posten zurück. Im Nachhinein sieht seine S04-Transferpolitik alles andere als rosig aus, wie der kicker vorgerechnet hat.


Christian Heidel kam im Sommer 2016 mit einem eigentlich fast tadellosen Ruf ins Ruhrgebiet, nachdem er stolze 24 Jahre lang in Mainz in der Verantwortung stand. Er entließ André Breitenreiter, doch auch sein erster Trainer, Markus Weinzierl, scheiterte. Über die knapp drei Jahre hat er einige Transfers für Schalke getätigt, die sich im Nachhinein als ziemlich schlechte Geschäfte offenbaren. 


Im optimistischen Fall gibt es 57 Millionen Euro Minus


Wie der kicker vorgerechnet hat, hat Heidel mit nur fünf seiner Einkäufe im besten Fall ein Minus von rund 57 Millionen Euro erwirtschaftet. Unter den Spielern sind Hamza Mendyl, Yevhen Konoplyanka, Breel Embolo, Sebatian Rudy und Nabil Bentaleb. Natürlich kann man ihnen nicht auf einen Schlag die Bundesligatauglichkeit absprechen; jeder von ihnen hat auch gute Spiele für S04 absolviert, der eine ein paar mehr, der andere weniger. 


Eingekauft wurden sie für knapp 83 Millionen Euro. Kein einziger von den Transfers ist so eingeschlagen, dass er konstant und über einen längeren Zeitraum eine große Bereicherung für den Verein gewesen wäre. Aber jeder einzelne muss bzw. musste aktuell weit unter Wert verkauft werden, sodass man mit einem Verlust von 57 Millionen Euro (durch 25,3 Millionen Euro "Einnahmen") rechnen kann - und auch das ist noch der optimistische Fall. Um nicht auf noch mehr Verlust zu kommen, muss die ​TSG Hoffenheim Rudys Kaufoption ziehen, und Abnehmer für Konoplyanka und Bentaleb müssen gefunden werden, die die vorgestellten Summen auch bezahlen wollen. 

Christian Heidel

Im Nachhinein kann man kritisch auf Heidels Amtszeit gucken - besonders bei Transfers



Natürlich können Spieler an "Wert" verlieren, wenn sie so eine Saison wie die letzte durchgemacht haben. Das Problem dabei: Nur zwei dieser fünf Spieler waren lediglich für diese Saison da. Embolo, Konoplyanka und Bentaleb waren über Jahre auf Schalke, und haben sich dennoch nie wirklich bezahlt gemacht. 


Natürlich kann man es nicht so sehen, dass genau diese 57 Millionen Euro nun, jetzt für diesen Sommer, im Portemonnaie von Jochen Schneider und Michael Reschke fehlen - so einfach kann man das nicht gleichsetzen. Dennoch zeigt diese einfache Rechnung, wie viel bei Christian Heidel in Sachen Transfers bei S04 schiefgelaufen ist. Zu Beginn hätten das wohl nur die Wenigsten vermutet.