Die Gerüchte um Marc Roca von Espanyol Barcelona ​werden in den letzten Tagen des Transfersommers nochmal richtig heiß. Wie die Mundo Deportivo und Sky übereinstimmend berichten, steht der 22-Jährige vor dem Absprung. Vor allem ​Real Madrid und der ​FC Bayern München sollen weiterhin Interesse an dem Spanier haben.


Bei Real soll der defensive Mittelfeldspieler eine Alternative zu Casemiro geben, auch weil sich beim Dauerthema Paul Pogba von Manchester United weiterhin nichts tut. Ganz günstig wäre Roca allerdings nicht, wie sein Berater Juan Manuel Mata Rodríguez bestätigt: "Seine Ausstiegsklausel beträgt 40 Millionen Euro, und die müssen gezahlt werden: Es gibt eben Dinge im Leben, über die verhandelt man nicht." 


Wie Rodriguez weiter gegenüber Sky bekräftigt, soll es genügend Interessenten für seinen Klienten geben: "Nach wie vor sind sehr große europäische Klubs an Marc interessiert. Ein Wechsel ist weiter möglich, aber auch ein Verbleib bei Espanyol."


Leistungsdaten von Marc Roca

Mannschaft​SpielerTore​​Vorlagen
​Espanyol Barcelona​79​14​


Einer dieser interessierten Klubs soll weiter der FC Bayern sein. Schon seit längerem gilt der 22-Jährige für den FCB als ein möglicher Neuzugang und war während der Verhandlungen mit dem ehemaligen Atletico-Spieler Rodri die erste Alternative für eine Verstärkung auf der Sechser-Position. Da sich bekanntermaßen der Kauf von Rodri zerschlug - den Spanier zog es nach Manchester City - rückt nun Roca wieder ins Zentrum der Planungen.


Bayern-Mittelfeld überbesetzt


Doch ein Kauf des talentierten Spielers ergäbe nur dann Sinn, wenn Bayern den Konkurrenzkampf im defensiven Mittelfeld etwas entschärfen kann. Dort sind mit Thiago, Renato Sanches, Corentin Tolisso und Javier Martinez ein leichtes Überangebot, wobei die offensiveren Achter Leon Goretzka und Neuzugang Michaël Cruisance noch nichtmal mitgezählt wurden.


Ein Transfer von Roca würde also nur dann Sinn ergeben, wenn im Mittelfeld aufgeräumt werden würde. Und tatsächlich scheint Bewegung in die Sache zu kommen. ​So wird ein Abgang des Portugiesen Sanches immer wahrscheinlicher. Der 22-Jährige ist trotz guter Trainingsleistungen mit seinem Reservisten-Dasein unzufrieden und bekundete dies zuletzt sogar öffentlich. Bei den Bayern reagiert man nun auf den Spieler. "Ich mag ihn als Spieler (…), aber wir müssen da eine Lösung finden, bei der er mitspielt und die auch für den FC Bayern und den Trainer tragbar ist", so Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.


Was macht Boateng?


Daneben hat auch die Causa Jerome Boateng Einfluss auf die Planungen mit Roca. Der routinierte Innenverteidiger wird als zweiter Spieler des FCB immer wieder konkret mit Wechseln in Verbindung gebracht. Verlässt Boateng tatsächlich München, würde das neben wertvollen Einnahmen auch einen Positionswechsel von Javier Martinez zur Folge haben. Der 30-jährige Spanier würde dann aus Mangel an Alternativen wieder in die Abwehrreihe gezogen werden, wodurch Platz im Mittelfeld entsteht.


Die weiteren Verhandlungen mit Roca sind also eng mit den Planungen um Sanches und Boateng verbunden. Geht mindestens einer der beiden Spieler, könnte die Sache um den Spieler von Espanyol nochmal so richtig interessant werden. Ansonsten wäre ein Kauf Rocas zu teuer und wohl wenig sinnvoll, da der FCB im defensiven Mittelfeld bereits gut genug aufgestellt ist.