​Eigentlich ist der Kader des ​FC Bayern nach den Transfers von Philippe Coutinho und Michael Cuisance nun zumindest auf allen Positionen doppelt besetzt. Während die Verantwortlichen nach dem Auftakt-Remis gegen Hertha BSC noch davon sprachen, keinen Spieler mehr abgeben zu wollen, stellt sich die Situation einige Tage später anders dar.


Konkret geht es um den wechselwilligen Renato Sanches und mal wieder um Jerome Boateng, bei dem weiter nicht so recht klar ist, was der Spieler, aber auch der Verein eigentlich wollen. Während man bei Sanches bereits einen Riegel vor einem Abgang geschoben hatte, ​kam am Mittwoch durch das Interesse aus Lille wieder Bewegung in die Causa.


FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge, der am Freitagabend noch einen Abgang ausschloss, sagt nun: "Ich mag ihn als Spieler. Aber wir müssen eine Lösung finden, die er mitspielt und die für den Trainer tragbar ist." Es geht wohl vor allem um die Aussage des Portugiesen nach dem Spiel gegen Berlin. ​Fünf Minuten seien ihm zu wenig, er möchte den Klub verlassen.

Sanches-Verkauf könnte Cuisance-Integration erleichtern


Aus Sanches' Sicht sei weiter alles möglich - versicherte eine nicht genannte Quelle aus dem Umfeld des Youngsters. Klar ist, mit Cuisance haben die Bayern einen weiteren Spieler verpflichtet, der ähnlich wie Sanchez einsetzbar ist. Mit dem Verkauf des Portugiesen könnte man Cuisance die Integration erleichtern, weil er schlicht mehr Chancen auf Einsätze bekäme und hätte sich gleichzeitig eines Unruheherdes entledigt. Die Causa Sanchez wäre zwar endgültig gescheitert, aber eben auch endgültig beendet.


Zudem könnte man dann auch dem Wunsch von Kovac nach einem weiteren, waschechten Sechser erfüllen. Ein Mann für die defensive Stabilität im Mittelfeld würde dem Rekordmeister mit Sicherheit noch gut zu Gesicht stehen. Bei einer entsprechenden Ablöse für Sanches könnte auch noch einmal der Name Marc Roca konkreter werden.

Macht Boateng doch noch den Abflug?


Hin und her geht es auch wieder bei Jerome Boateng. Erst sollte der Weltmeister von 2014 unbedingt weg, dann wurde er von allen nach einer starken Vorbereitung gelobt. Zum Auftakt reichte es dennoch nur für einen Bank-Platz. Ein Schicksal, das ihm für weite Teile der ​Saison droht.


Also doch verkaufen? Rummenigge deutete dies zumindest an: "Es wird nicht einfach für ihn seine Einsätze zu bekommen. Dann wird er nicht zufrieden sein. [...] Wenn er den Klub verlassen will muss er es sagen." Von einem konkreten Angebot sei ihm aber nichts bekannt, so Rummenigge weiter.

Laut Sport1 würde Boateng nur einen Wechsel zu einem Topklub in Erwägung ziehen. Da in England das Transferfenster bereits zu ist, sind die Möglichkeiten rar gesät. Warum man auf Bayern-Seite in dieser Frage wieder mit den Säbeln rasselt, ist daher nicht ganz klar.


Das wahrscheinlichste Szenario bleibt derzeit, dass Boateng mindestens bis zum Winter in München bleibt.