​Vier Jahre leitete Jörg Schmadtke (55) als Geschäftsführer Sport die Geschicke des ​1.FC Köln. In gleicher Position mittlerweile beim ​VfL Wolfsburg aktiv, bekam Schmadtke am vergangenen Wochenende beim Bundesliga-Auftakt gegen seinen Ex-Klub die Wut der Kölner Fans zu spüren.


Während der neunzig Minuten in der Volkswagen-Arena skandierte ein Teil der rheinischen Gäste immer wieder "Schmadtke, du Betrüger. Nimmst die drei Millionen und haust ab." 


Natürlich hat sich Schmadtke nichts strafrechtlich relevantes zuschulden kommen lassen - doch die mitunter auf Zuspitzung geprägte Fan-Seele, zumal eines solchen Traditionsklubs wie dem Effzeh, will von Spitzfindigkeiten nichts wissen. 


Schmadtke: "Finde ich etwas merkwürdig


Für die Kölner Anhänger ist Schmadtke der Hauptschuldige des Abstiegs im vergangenen Jahr. Und der will sich auch gar nicht aus der Verantwortung stehlen. "Ich weiß, dass ich meinen Anteil am Abstieg habe. Mehr aber auch nicht. Wir sind aufgestiegen unter meiner Führung, haben uns international qualifiziert. Die vier Jahre darauf zu reduzieren, finde ich etwas merkwürdig", sagte Schmadtke im check24-Doppelpass auf Sport1


Vielmehr als die Schmähungen der Fans haben den gebürtigen Düsseldorfer die ausgebliebenen Solidaritätsbekundungen seiner ehemaligen Mitstreiter getroffen. 

"Der Umgang zeigt mir, dass die Werteskala bei dem einen oder anderen in diesem Klub ein bisschen durcheinander geraten ist, und ich finde es schade, weil ich habe mir nichts vorzuwerfen. Wir haben uns getrennt, es gab eine klare Regelung in meinem Vertrag, die ist erfüllt worden und Danke."


Einzig und allein Kölns Geschäftsführer Alexander Wehrle stand seinem ehemaligen Kollegen nach den Fan-Protesten bei, wenn auch in einem sehr neutralen und allgemeinen Tonfall: "Der FC hat eine Charta mit einem klaren Wertesystem. Verleumdungen und Beleidigungen passen dazu nicht." 


Dennoch genug für Schmadtke, um Wehrle öffentlich zu danken: "Ich bin sehr dankbar dafür, dass sich Alex Wehrle bei mir gemeldet hat und sich für die Geschäftsführer dafür entschuldigt hat." 


Welche Konsequenzen Schmadtke aus den Vorfällen vom Samstag ziehen wird, ist noch unklar. Der Manager selbst befeuerte aber die Gerüchteküche mit einer vielsagenden Aussage. "Ich bin lebenslanges Mitglied - mal gucken, wie lange noch", sagte Schmadtke.