Der Fall Bakery Jatta ​geht in die nächste Runde. Wie der ​VfL Bochum offiziell bekannt gibt, legt der Verein Einspruch gegen die 1:0 Niederlage gegen den ​HSV ein. In der Partie kam Jatta über 90 Minuten zum Einsatz. Die Identität des Gambiers ist weiter ungeklärt, bisher greift die Unschuldsvermutung.


Hintergrund: ​Anfang August veröffentlichte die ​Sport Bild einen Artikel, in dem von der falschen Identität des Spielers berichtet wurde. Die Veröffentlichung schlug hohe Wellen. Der 1. FC Nürnberg, der kurz zuvor gegen den HSV mit 4:0 verlor, legte prompt Einspruch gegen das Spiel ein. Der HSV reagierte ruhig und hält auch weiterhin zu seinem Außenbahnflitzer, auch wenn inzwischen der DFB-Kontrollausschuss ermittelt. 


Laut Football Leaks wusste der HSV sogar über die ungeklärte Identität ihres Spielers Bescheid, ​doch demgegenüber wird der ​Bericht der Spo​rt Bild inzwischen hinterfragt und auf seine Seriosität geprüft. ​Obwohl Anwälte dem HSV von weiteren Einsätzen des G​ambiers abraten, ist Jatta auch weiterhin bei den Hanseaten gesetzt. Mit dem VfL Bochum klagt nun ein zweiter Klub wegen der ungeklärten Spielberechtigung Jattas.

Laut der Internetplattform Sportbuzzer erfolgt der Einspruch der Bochumer auch vor dem Hintergrund, dass sich der Verein haftbar gemacht hätte, wenn sie auf eine Klage verzichtet hätten. Der VfL ist nach drei Spieltagen bisher noch ohne Punkt in Liga Zwei. Falls der VfL nach 34 Spieltagen absteigen sollte, könnte der VfL wieder in den Prozess einbezogen werden. Dem kommen sie mit dem Einspruch nun zuvor.


Es gilt die Unschuldsvermutung


Der HSV, namentlich Trainer Dieter Hecking, plädiert weiter auf die in Deutschland geltende Unschuldsvermutung. Der Spieler selber wurde am vergangenen Donnerstag vom DFB verhört - bisher noch ohne Ergebnis. Die Berichterstattung der vergangenen Wochen zeigt, wie undurchsichtig, nebulös und fraglich die komplette Debatte um Bakery Jatta ist.


Dass nun auch der VfL Einspruch einlegt, ist sein gutes Recht und sollte auch nicht verurteilt werden. Das Ergebnis der Untersuchung ist bislang noch komplett offen, weshalb man beide Parteien im Fall Jatta nachvollziehen kann.


Allerdings sollte man sich weiter von vorschnellen Entscheidungen und Meinungsäußerungen hüten. Deshalb ist es richtig, dass der HSV weiter zu Jatta hält und ihm Rückendeckung gibt, den Verhandlungen jedoch nicht im Wege steht. Andererseits sorgen die Einspruch-legenden Vereine für den nötigen Druck, sodass eine Entscheidung schneller gefällt werden kann.


Ergebnis wird Folgen haben


Stimmt der Bericht der Sport Bild jedoch, muss sich der HSV hinterfragen, ob er mit seinem Handeln mit Jatta - auch in den vergangenen Jahren - nicht geschludert oder schlicht falsch gehandelt hat. Stellt sich der Bericht jedoch als falsch heraus, muss dringend die Berichterstattung der Sport Bild hinterfragt werden. Ohne nennenswerte Beweise einen Spieler zu diffamieren, gerade in der heutigen Zeit, sollte strengstens geahndet werden.


Unabhängig, wie die Untersuchung also ausgeht, ist eines klar: der Fall Jatta wird Folgen haben.