Nach den Transfers von ​Ivan Perisic, ​​Philippe Coutinho und ​Mickael Cuisance ist man sich beim FC Bayern bezüglich weiterer Transferaktivitäten wohl noch nicht komplett einig. Während zunächst behauptet wurde, dass doch noch ein Neuzugang kommen könnte, erklärte Präsident ​Uli Hoeneß das Aufgebot für vollständig. Zumindest in einem Punkt soll Klarheit herrschen: Laut ​BILD wird Mario Mandzukic nicht zurückkehren. Eine Entscheidung, die Sinn macht.


In den vergangenen Tagen nahmen die Gerüchte um eine erneute Verpflichtung von Mario Mandzukic Fahrt auf. Nachdem bereits Ivan Perisic von Inter Mailand für ein Jahr verliehen wurde, berichtete unter anderem der kicker darüber, dass der 33-Jährige auf Wunsch von Niko Kovac als Ersatz für Robert Lewandowski verpflichtet werden sollte. Laut BILD habe Juventus Turin zehn Millionen Euro gefordert, ​zwischenzeitlich wurde der Transfer als so gut wie perfekt vermeldet.


Das Boulevardblatt will nun in Erfahrung gebracht haben, dass sich die Bayern-Bosse gegen Mandzukic entschieden haben. Der Angreifer würde damit nicht nach München zurückkehren, wo er bereits von 2012 bis 2014 aktiv war und in 88 Spielen 48 Tore erzielte. Nach dem Eröffnungsspiel in der Bundesliga gegen Hertha BSC ließ Sportdirektor Hasan Salihamidzic eine Verpflichtung offen, allerdings soll kein Angebot abgegeben werden.


Lewandowski braucht einen Herausforderer, aber...


​​Seitdem Sandro Wagner im Januar an den chinesischen Erstligisten Tianjin Teda abgegeben wurde, ist Jann-Fiete Arp neben Robert Lewandowski der einzige Mittelstürmer im Kader des Rekordmeisters. Der Pole, der in den vergangenen Wochen und Monaten vehement Neuzugänge forderte, hätte aber gerne einen Konkurrenten, der ihn sofort bis zur Leistungsgrenze treibt, Verschnaufpausen gewährt und ihm aufzeigt, wie die Mannschaft ohne ihn spielt. ​Daher sagte er im Juni: "Wenn man die Option eines zweiten Stürmers hat, ist das besser - für die Mannschaft und auch für mich."


Dass Arp Lewandowski in dieser Saison herausfordern wird, ist nicht zu erwarten. Der 19-Jährige zeigte in der Vorbereitung gute Ansätze, spielte unter anderem auch auf dem Flügel - doch sowohl gegen Energie Cottbus als auch gegen Hertha BSC erhielt Kwasi Wriedt aus der U23 den Vorzug. 

Fiete Arp

  Trotz guter Vorbereitung ist Jann-Fiete Arp derzeit keine Option für die erste Mannschaft.


Mandzukic wäre bereits vor einigen Jahren der Herausforderer von Lewandowski gewesen, hätte er den Klub nach einer Auseinandersetzung mit Pep Guardiola nicht verlassen. Bei Juventus Turin stand er in der abgelaufenen Saison aufgrund von mehreren Verletzungen in 25 von 38 Ligaspielen auf dem Platz, 23 Mal sogar in der Startelf. Massimiliano Allegri vertraute auf den Routinier, der neun Tore erzielte und sieben Vorlagen lieferte.


Mandzukic ist niemand, der sich freiwillig auf die Bank setzt


Der 33-Jährige wirft sich stets in den Dienst der Mannschaft, zeigt über die vollen 90 Minuten höchsten Einsatz. Mit ihm in der Sturmspitze gelang das Triple im Jahr 2013, seine Qualitäten sind unbestritten. Aber: Dass sich Mandzukic mit einem Platz auf der Bank zufrieden gibt, ist unwahrscheinlich.


Zurecht besitzt er den Anspruch, regelmäßig zu spielen. Sich hinter Lewandowski einzuordnen bedeutet in der Regel aber, dass man nur spärlich zum Einsatz kommen wird - etwa, um den Torjäger vor einem wichtigen Spiel in der Champions League zu schonen. Auch deshalb entschied sich Wagner nach nur zwölf Monaten erneut für einen Wechsel, in der Bundesliga erhielt er unter Kovac nur sieben Kurzeinsätze. Lewandowski ist unersetzlich, allein sein jüngster Doppelpack rettete das Unentschieden gegen die Hertha. 

Robert Lewandowski

Solange Robert Lewandowski beim FC Bayern unter Vertrag steht, führt kein Weg an ihm vorbei.


Über solche Zahlen wäre Mandzukic mit hoher Wahrscheinlichkeit alles andere als glücklich. Hätte er sich darauf eingelassen, sich als Backup einzuordnen und sich neben dem Platz zu 100 Prozent in den Dienst der Mannschaft gestellt, hätte die Rückkehr durchaus funktionieren können - doch womöglich haben die Verantwortlichen Unruhen innerhalb der Mannschaft gefürchtet; und genau deshalb war die Entscheidung, von Mandzukic abzurücken, die richtige. Denn nach den Diskussionen um Niko Kovac und der stetigen Unruhe aufgrund der hinkenden Kaderplanung gilt es zunächst, Ruhe einkehren zu lassen.