1190 Tage nach seinem letzten Heimspiel für Borussia Dortmund betrat Mats Hummels den Rasen im Signal-Iduna-Park wieder in Schwarz-Gelb. Der neue alte Abwehrchef benötigte kaum Anlaufzeit, spielte seine gewohnten Stärken aus und verleiht dem BVB in der Spieleröffnung noch mehr Präzision. Dafür erhielt er sowohl von Lucien Favre als auch von Michael Zorc ein großes Lob.


45 Minuten konnten die Gäste des FC Augsburg dem stetigen Druck der Dortmunder standhalten, doch in der zweiten Halbzeit brach die Mannschaft unter den Angriffswellen des Gegners ein. Aus dem 1:1-Pausenstand wurde nach drei Treffern binnen acht Minuten eine 4:1-Führung, Neuzugang Julian Brandt setzte mit seinem ersten Pflichtspieltor für den BVB in der 82. Minute den Schlusspunkt. Der 5:1-Sieg bedeutete für den Titelkandidaten einen Start nach Maß.

Julian Brandt

    Die Spielfreude hat Borussia Dortmund während der Sommerpause nicht verloren.


​Abgesehen vom frühen Gegentor durch Florian Niederlechner erlebte Mats Hummels eine erfolgreiche Rückkehr. Nach drei Jahren beim FC Bayern München ist der 30-Jährige dort, wo er sich einst zum Innenverteidiger mit Weltklasse-Format entwickelte. Neben Manuel Akanji soll er die Abwehr stabilisieren, gleichzeitig aber auch das tun, was nur wenige Innenverteidiger auf solch einem Niveau können: Das eigene Angriffsspiel durch präzise Bälle eröffnen.

​Die typischen Diagonalbälle waren über die gesamten 90 Minuten zu sehen. Ohnehin konnte Hummels in allen Belangen überzeugen: Laut Ruhr Nachrichten sammelte er 120 Ballkontakte, brachte 91 Prozent seiner Pässe an den Mann und gewann 75 Prozent seiner Zweikämpfe. Ein Tor als i-Tüpfelchen blieb ihm verwehrt, doch auch ohne eigenen Treffer waren alle Beteiligten mehr als zufrieden. 


Lob von Favre und Zorc


"Er hat es sehr, sehr gut gemacht", attestierte ihm Trainer Lucien Favre auf der Pressekonferenz nach der Partie. Auch Sportdirektor Michael Zorc war voll des Lobes: "Das tut uns gut. Er spielt die Bälle diagonal, in die Spitze, hinter die Abwehr. Das ist eine besondere Qualität, die er mitbringt." 

Hummels bringt aufgrund seiner Erfahrung auch eine gewisse Ruhe mit. "Dadurch", so Zorc weiter, "bleibt die ganze Mannschaft ruhig." Im Kampf um die Meisterschaft hat dem BVB im vergangenen Jahr ein ums andere Mal jene Ruhe gefehlt, die der Rückkehrer bereits in seinen ersten 90 Minuten ausgestrahlt hat.


Watzke verspricht sich "Halt und Sicherheit"


Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erklärte kürzlich bei '19.09 - der schwarzgelbe Talk', dass man sich all diese Eigenschaften im Vorfeld erhofft hat. "Es gibt in Deutschland kaum einen Innenverteidiger mit seiner Spieleröffnung", lobte er den 30-Jährigen, "Hummels strahlt Ruhe aus und gibt der Abwehr Halt und Sicherheit."


Aufgrund seiner eindrucksvollen Spieleröffnung macht die Mannschaft dort weiter, wo sie in der vergangenen Saison aufgehört hat. Vor einem Jahr feierte Lucien Favre einen 4:1-Auftaktsieg gegen RB Leipzig, nun erzielten seine Schützlinge am ersten Spieltag fünf Treffer. Das Toreschießen liegt der Borussia im Blut, mit Mats Hummels soll gleichzeitig aber auch das Verteidigen besser gelingen. In dieser Hinsicht war der FC Augsburg kein wirklicher Gradmesser, doch schon jetzt ist klar: Solch ein Spielertyp hat die Mannschaft dringend benötigt.