​Nach dem Wechsel von Mickaël Cuisance zum ​FC Bayern München üben die Verantwortlichen von ​Borussia Mönchengladbach starke Kritik an ihrem ehemaligen Schützling. Sportdirektor Max Eberl und Cheftrainer Marco Rose sind von dem Verhalten von Cuisance enttäuscht, vor allem das fehlende Vertrauen kam für die Gladbacher überraschend.


Zwei Jahre lang stand der Franzose Cuisance im Kader der Fohlen. Insgesamt absolvierte der Mittelfeldspieler 39 Pflichtspiele für die Gladbacher, in den zwei Jahren seien diese allerdings nicht ausreichend. Deswegen suchte er den schnellen Ausweg und ​schloss sich nach kurzen Verhandlungen dem Rekordmeister an. Doch bei seinem alten Verein sorgte er mit seinem Verhalten für Unmut.

Marco Rose

Marco Rose hat kein Verständnis für das Verhalten des 20-Jährigen


"Er hat Verhaltensweisen an den Tag gelegt, die er bei seinem neuen Arbeitgeber sicher nicht an den Tag legen wird. Genau das ist der Punkt. Das geht auch hier nicht", so Trainer Rose in einer Pressekonferenz. Vor allem vor der neuen Saison äußerte sich Cuisance überraschend, die Borussia sei ihm zu klein geworden. Ein Wechsel wäre daher unabdingbar, in Gladbach sorgte dies für Rätselraten.


Doch lange währte der Schock nicht, schon bald wurde der Transfer nämlich bekannt gemacht. Allerdings sorgte Cuisance bereits vorher für schlechte Stimmung. Als er nämlich einen Stammplatz forderte, bevor er überhaupt mit dem neuen Trainer Rose gesprochen hatte, war zu viel des Guten. Und so zog die Borussia die Reißleine und ließ Cuisance ohne viel Gegenwehr für zehn Millionen Euro nach München ziehen.


Gladbach will, dass sich Spieler mit dem Verein identifizieren


Der größte Wechselgrund war für die Borussia die fehlende Identifikation mit dem Verein und seinen Zielen. "Wir hatten einen Spieler, der sich nicht mehr auf unserem Weg gesehen hat, sondern für sich einen anderen Weg entschieden hat. Dementsprechend haben wir reagiert und ihn verkauft", so Eberl bei Sport1. In weiteren Gesprächen mit den Fohlen zeigte sich der Franzose stur.


"Wir hatten sehr, sehr intensive Monate, wo wir ihm viel aufgezeigt haben, wo wir Beispiele gezeigt haben, wo junge Spieler auch mal über Widerstände hinweggehen müssten und sollten. Er hat für sich die Chance nicht mehr gesehen."​ Einen Zwischenweg gab es für beide Parteien danach nicht mehr, das viele Vertrauen, welches man in Cuisance steckte, blieb unbeachtet.

Michael Cuisance

Cuisance sah seine Zukunft nicht bei Gladbach


Gladbach musste also handeln, "weil wir einen sauberen Kader haben wollen. Einen Kader mit Jungs, die sich zu 100 Prozent mit Borussia identifizieren. Wenn es dann Jungs gibt, die das nicht mehr tun, dann müssen sie ihren Weg gehen." Einen Profi in der Mannschaft, der stets für viel Zündstoff sorgt, ist auch für den Rest des Teams nicht gut. Doch dass sich der 20-Jährige gerade dem FC Bayern anschließt, bleibt für Eberl fraglich.


Immerhin ist der Kader des Rekordmeisters noch dichter. Doch Cuisance scheint von diesem Schritt überzeugt zu sein. Bei Gladbach hat er seinen Kredit allerdings verspielt, eine Rückkehr in absehbarer Zeit ist nicht denkbar. Nun liegt die Verantwortung bei Eberl und Rose, um die Farce zu verdauen und für erneute Verstärkung zu sorgen. Doch sicher ist, dass mit Cuisance eine Menge Talent verloren geht.