​Zum siebten Mal in Folge eröffnet der deutsche Rekordmeister FC Bayern München die Bundesliga-Saison. Gegner heute Abend (20.30 Uhr): ​Hertha BSC. Zuletzt versuchten sich schon sechs andere Klubs an dem Unterfangen, dem Branchenprimus gleich zum Start ein Bein zu stellen. Es blieb jeweils beim Versuch. 


3:1, 2:1, 5:0, 6:0, 3:1 und 3:1 - das sind die Ergebnisse der letzten sechs Eröffnungsspiele, die allesamt im Stadion des amtierenden Meisters, sprich in der Allianz-Arena stattfanden. Die beiden Kantersiege gab es natürlich, die betreffenden Fans wissen es, gegen die Hanseaten aus Hamburg und Bremen. Doch auch wenn es in den anderen Auseinandersetzungen etwas weniger einseitig ausging - so wirklich in die Enge treiben konnte den FC Bayern keiner. 


Vom Ergebnis her war der VfL Wolfsburg noch am dichtesten dran: zum Auftakt der Spielzeit 2014/15 verloren die Niedersachsen mit 2:1. Ansonsten scheint das 3:1 (2013/14 gegen Mönchengladbach, 2017/18 gegen Leverkusen und letztes Jahr gegen Hoffenheim) das Standard-Ergebnis zu sein. 


Und trotzdem hofft heute wieder ganz Deutschland (bis auf die Münchener, sofern sie es mit den "Roten" der Stadt halten), dass mal jemand mit Überzeugung in München auftritt. Denn dass das Kovac´sche Ensemble noch weit von seiner Topform entfernt ist, konnten wir alle schon am vergangenen Montag verfolgen, als der Regionalligist Energie Cottbus nur mit 3:1 bezwungen werden konnte. 


Hertha hofft in München auf Ibisevic und Lukebakio


Hertha, mit seinem neuen Coach Ante Covic, als Mutmacher für die Liga? Die Performance der Hauptstädter in den vergangenen Jahren lässt diese Hoffnung eigentlich nicht zu. Doch Herthas Problem in der jüngsten Vergangenheit waren vor allem die Rückrunden. Im jeweils ersten Halbjahr konnten die Berliner in den vergangenen Spielzeiten durchaus überzeugen. 

Dazu haben sie mit Vedad Ibisevic und Dodi Lukebakio zwei ausgesprochene Bayern-Schrecken in ihren Reihen. Der Bosnier konnte in 22 Partien gegen die Münchener immerhin fünf Treffer erzielen. Und dem Belgier Lukebakio gelang in der vergangenen Saison sogar etwas extrem Seltenes: nämlich in München drei Tore gegen die Bayern zu erzielen. Zuletzt schaffte das vor ihm ein gewisser Ebbe Sand für den FC Schalke 04. Das war im Jahr 2001!


Also, Hertha, ihr habt da ein paar Akteure, die wissen, wie es geht. Zeigt es doch einfach mal. Es wäre jedenfalls wünschenswert, wenn das sonst in der deutschen Hauptstadt recht üppig vorhandene Selbstvertrauen sich endlich auch mal auf dem grünen Rasen zeigen würde. Denn sonst kann man schon heute davon ausgehen, dass auch das Eröffnungsspiel der Saison 2020/21 wieder in der Münchener Allianz-Arena stattfinden wird.