​Der Fall ​Bakery Jatta nimmt anscheinend kein Ende. Der ​HSV will den Spieler weiterhin einsetzen. Zumindest solange bis endgültig Klarheit geschaffen wurde. Doch davor warnen Rechtsexperten.


In dieser Woche schien es in der Causa eine Wendung gegeben zu haben. Die Sport Bild hat offensichtlich Schwierigkeiten, belastbare Beweise für ihren Bericht vorzulegen. Und solange die Schuld Jattas nicht erwiesen ist, wähnt sich der Hamburger SV auf der sicheren Seite. Immerhin wurde die Spielberechtigung des Gambiers bislang nicht für ungültig erklärt. 


Dennoch warnen jetzt Rechtsexperten den HSV davor, Jatta weiterhin unter diesen Bedingungen eines schwebenden Verfahrens auflaufen zu lassen. 


"Nicht unkritisch, den Spieler weiter einzusetzen"


So sagte der Hamburger Rechtsanwalt Thomas Gottfried gegenüber dem Fußballmagazin 11freunde: "Allerdings ist ab Kenntnis der Zweifel an der Richtigkeit der Angaben im Spielerpass für jeden Verein unter zahlreichen rechtlichen Gesichtspunkten äußerste Vorsicht geboten. Es ist daher nicht unkritisch, den Spieler bis zur zweifelsfreien Klärung des Sachverhalt weiterhin einzusetzen."


"HSV ist jetzt bösgläubig"


Gottfrieds Bochumer Kollege Christof Wieschemann schlägt in dieselbe Kerbe: "Nach dem Bekanntwerden des Verdachtsfalls ist der HSV jetzt bösgläubig. Sie haften ab dem Zeitpunkt, ab dem sie Kenntnis über die strittige Rechtmäßigkeit von Jattas Spielberichtigung haben. Ich würde nicht dazu raten, ihn jetzt noch einzusetzen." 


Deutliche Worte. Der HSV wäre gut beraten, sich entweder zu hundert Prozent beim DFB juristisch abzusichern oder, um ganz auf Nummer sicher zu gehen, tatsächlich bis auf Weiteres auf den Spieler Bakery Jatta zu verzichten. Der Fall Jatta wird den HSV somit noch eine ganze Weile beschäftigen.