​Die durch ihre laxe und undurchsichtige Berichterstattung im Fall Bakery Jatta in die Kritik gekommene Sport-Bild versucht jetzt (!), der Sache mal auf den Grund zu gehen. Dabei soll sie "auf merkwürdige Dinge" in diesem "Jatta-Krimi" gestoßen sein.


Statt "Jatta-Krimi" hätte sie wohl eher "Sport-Bild-Märchen" schreiben sollen. Die Anschuldigungen sind seit über einer Woche in der Welt - und werden in diesem digitalen Zeitalter, in dem wir uns befinden, dort auch für die nächsten tausend Jahre bleiben. Doch erhärtende Indizien oder gar Beweise - bislang Fehlanzeige. 

Die Mopo zitiert die Sport-Bild dahingehend, dass online gestellte Zeitungsberichte plötzlich nicht mehr verfügbar seien und angebliche Zeugen ihre Aussagen zurückgenommen hätten. 

Das lässt nur einen Schluss zu: dass die Sport-Bild hier auf einen Zug aufgesprungen ist, ohne die minimalen journalistischen Standards eingehalten zu haben. Sprich: Rückversicherung durch die Quellen (die ja anscheinend auch gar nicht wirklich existieren) und eingehende Faktenprüfung. Präsentiert wurden sie bislang jedenfalls nicht. Die Story wurde trotzdem erstmal rausgehauen. Auflage scheint vor Sorgfalt zu gehen. 


Alles sehr dubios, deswegen aber nicht weniger peinlich für das Sportmagazin.

Konsequent, aber nicht wirklich erwartbar, wäre es von der Sport-Bild jetzt, sich für das vorschnelle Vorpreschen zu entschuldigen und die Sache in aller Ruhe und mit maximaler Seriösität aufzuklären. Eine Stellungnahme oder gar Richtigstellung nach diesem Prüfungsprozess wäre dann auch nicht zuviel verlangt. 


Doch wer daran glaubt, glaubt wohl auch immer noch an den Weihnachtsmann. Ein Indiz dafür, dass die Sport-Bild sich hier anscheinend still und leise aus der Affäre stehlen will, ist, dass der Bericht ohne Namensnennung des verantwortlichen Redakteurs (wie es bei allen anderen Berichten der Fall ist) erschien. 


Vom ​Hamburger SV gab es zu diesen neuesten Entwicklungen bisher keine Stellungnahme.