Der FC Bayern hat heute die Verpflichtung von Ivan Perisic bekannt gegeben. Dass Leroy Sane das Transferziel Nummer eins gewesen ist, steht völlig außer Frage. Kann man jedoch Perisic als Notlösung bezeichnen? 


Aufgrund der schwerwiegenden Verletzung von Leroy Sane, der bereits erfolgreich operiert und damit monatelang außer Gefecht gesetzt ist, waren die Verantwortlichen des FC Bayern München mehr oder weniger gezwungen, sich auf die Suche nach einer Alternative zu begeben. Sie wurden auch fündig und haben Ivan Perisic von Inter Mailand verpflichtet. Mit 30 Jahren ist Perisic wohl nicht der Sinnbegriff für den Umbruch, den die Bayern angekündigt haben. Dennoch ist er nach Jan-Fiete Arp, Benjamin Pavard und Lucas Hernandez der vierte neue Spieler und die geforderte Verstärkung für den Rekordmeister.


Perisic und Kovac kennen sich

Die Öffentlichkeit und die Fans waren zunächst nicht begeistert, als durchsickerte, dass sich die Bayern um den kroatischen Nationalspieler bemühen. Von "Plan B oder C" war die Rede. Doch ihn als so etwas zu bezeichnen, entspricht nicht seinen Qualitäten. Perisic kennt die Bundesliga aus seinen Jahren bei Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg. Kovac ist für ihn kein Unbekannter. Zwei Jahre trainierte er Perisic bei der kroatischen Nationalmannschaft und pflegt zu ihm ein gutes Verhältnis. Damit ist wohl auch die Frage überflüssig, ob der Neuzugang Anlaufzeit braucht. 


Kaum Verletzungspech

Was ebenso für den 30-Jährigen spricht, ist, dass er kaum verletzt ist. Von 177 Pflichtspielen mit Inter Mailand absolvierte Perisic nicht weniger als 163. Kingsley Coman oder Serge Gnabry haben im Vergleich weit weniger Spiele gemacht und waren auch länger verletzungsbedingt nicht verfügbar. Der Flügelspieler hat einen Schulterbruch als schwerste Verletzung erlitten und fiel dadurch 56 Tage aus.


Der Linksfuß ist auf beiden offensiven Außenbahnen einsetzbar. Zwar geht er nicht so sehr ins Dribbling, wie Coman oder Gnabry, dafür ist er bei den Hereingaben präziser und kann mit Sicherheit vor allem Lewandowski ​mit guten Flanken "füttern".


Perisic ist ein Spieler, der andere Qualitäten hat. Dennoch kann er sofort weiterhelfen und die beiden anderen Flügelspieler entlasten. Die Spielpraxis, die er braucht, wird er auch bekommen, ihm muss aber dennoch die Möglichkeit eingeräumt werden, sich zu akklimatisieren und alles kennen zu lernen. Der FC Bayern hat einen sehr guten Mann und überhaupt keine "Notlösung" verpflichtet.