​Die spanische Liga beginnt zwar erst am kommenden Freitag, aber ​Real Madrid und der ​FC Barcelona haben den Clásico schon auf die Sommervorbereitung vorverlegt. Seit Monaten (oder sind es schon Jahre?) streiten die beiden spanischen Panzerkreuzer um die Dienste von Neymar. Diese Woche könnte die entscheidenden Weichen stellen.


Treffen zwischen Abidal und Leonardo in Paris


Heute soll sich Barças Geschäftsführer Sport Éric Abidal mit seinem Pariser Amtskollegen Leonardo de Araújo in der französischen Hauptstadt treffen, um ihn von dem Angebot der Katalanen zu überzeugen. Das sieht aktuell folgende Termini vor: zwischen 60 und 80 Millionen Euro cash + Coutinho (den Barça auf 120 Millionen Euro taxiert). So berichtet es die Marca unter Berufung auf Le Parisien


Doch diese Offerte soll den Parisern ganz und gar nicht genügen. Der Bargeldanteil sei zu niedrig, und auch bezüglich der Wertfindung für den brasilianischen Nationalspieler habe man Zweifel. Tendenz: Barça wird sein Angebot nachbessern müssen. Wenn sie dann überhaupt noch dazu kommen. 


Real mit mehr Geldreserven und besserem Draht zu PSG-Bossen


Denn gleichzeitig beobachtet der Madrider Erzrivale die Szenerie mit Argusaugen. In der spanischen Hauptstadt wissen sie zwei entscheidende Faktoren auf ihrer Seite: sie können mehr Geld in bar anbieten und sie haben bessere institutionelle Beziehungen zu dem katarisch geführten Klub. 


Dennoch ist es natürlich auch bei den Königlichen nicht so, dass das Geld auf einem Baum im Innenhof des Vereinsgeländes wächst. Das für die Verpflichtung des brasilianischen Superstars benötigte Kapital muss erstmal erwirtschaftet sein. 


Heißt im Klartext: es muss Platz geschaffen werden in der Real-Kabine. ​Gareth Bale, ​James Rodríguez und Mariano Diaz sollen verkauft werden. Dies war auch stets eine der Vorbedingungen, um den Neymar-Deal überhaupt angehen zu können. 


Für die drei Genannten gibt es Interessenten. Die wenigsten für Bale, weil kaum ein Klub auf der Welt in der Lage (und dann auch noch gewillt) ist, das astronomische Gehalt des Walisers (17 Mio. Euro netto jährlich!) zu übernehmen. Im Grunde kommen nur PSG selbst oder der FC Bayern in Frage. In England sind die Türen zu den Einkaufszentren seit letzter Woche geschlossen. 


Um James streiten sich gerade die SSC Napoli und Reals Stadtrivale Atlético Madrid. Bezüglich Mariano soll es, der Marca zufolge, ein starkes Interesse von Seiten der AS Monaco geben, die ihren langjährigen Sturmführer Radamel Falcao wohl an den türkischen Fußball (Galatasaray) abgeben wird. 


Doch zurück zum eigentlichen Fall Neymar. Die Verhandlungen zwischen Real und PSG sollen laut Leonardo "fortgeschritten" sein. Untrügliches Zeichen dafür ist die Zustimmung von PSG-Präsident Al-Khelaifi, dass Real Madrid nunmehr Kontakt zu Neymars Berater Pini Zahavi aufnehmen darf. 


Einiges deutet also darauf hin, dass Neymar am Ende nicht zu seinem Herzensverein zurückkehrt, sondern tatsächlich dort landet, wo ihn Florentino Pérez bereits vor dreizehn Jahren sehen wollte. 


Real bietet Jahresgehalt von 40 Millionen Euro - netto!


Für das "Umdenken" des Spielers in jedem Fall mitverantwortlich dürfte das wahrlich galaktische Angebot der Madrilenen gewesen sein: vierzig Millionen Euro netto jährlich würde er beim FC Barcelona in keinem Fall bekommen. 


Und zum Weltfußballer des Jahres wird man in Madrid sowieso. Die beiden letzten Sieger hießen Cristiano Ronaldo und Luka Modric.