Seit dieser Saison spielt Mats Hummels erneut für ​Borussia Dortmund. Beim ​FC Bayern wollte er sich nicht dem Konkurrenzkampf stellen, hieß es - das verneint er nun deutlich. Mit dem BVB will er Titel gewinnen, er kommt mit "großen Ambitionen" und spricht dabei auch über Niko Kovac und den FCB.


Im Interview mit dem kicker redete Mats Hummels das erste Mal richtig über seinen Wechsel, seine (persönlichen) Ziele mit dem BVB und über seine vergangene, sehr erfolgreiche Zeit bei den Bayern. 


Titel-Ambitionen mit dem BVB - seine neue Rolle war der größte Anreiz


Das Titelrennen dürfte, was die Vorzeichen und die Meinung vieler Fußball-Experten betrifft, dieses Jahr erneut sehr spannend werden. Während man beim FCB mit großen Transfers, besonders für die Offensive, noch nachhängt, hat man beim BVB richtig geklotzt. Mit Julian Brandt, Thorgan Hazard, Nico Schulz und eben auch Hummels, will man ganz oben angreifen.


Der Reiz, wieder ins Ruhrgebiet zu welchen, liegt laut ihm "erst einmal in einer hervorragenden Mannschaft." Hummels erwartet, dass man in der kommenden Saison sowohl attraktiv, als auch erfolgreich spielen kann. Für seinen Wechsel seien auch die Gespräche mit Dortmunds Geschäftsführer wichtig gewesen: "Mit am meisten hat mich Aki Watzke mit der Rolle getroffen, die ich einnehmen soll - auch mit anzuführen. Das war für mich der größte Anreiz." Mit Aki Watzke habe er auch über die letzten Jahre noch Kontakt gehabt. Der Austausch sei von beiden Seiten angeregt worden - mal unterhielt man sich während eines Formtiefs, mal in "bestimmten Situationen", die der BVB hatte. Ein Kontakt-Abbruch habe es nie gegeben. 

FBL-FRIENDLY-TRAINING-BORUSSIA

Während der Vorbereitung gab der Rückkehrer Mats Hummels ein begehrtes Fotomotiv ab



Im letzten Jahr schien der Borussia so ein Typ gefehlt zu haben, der, wenn es notwendig war, mit seiner ganzen Erfahrung und auch "Titelreife" vorneweg gehen kann. "Es ist schon mein Anspruch, Siegermentalität mit reinzubringen", gab auch der Innenverteidiger aus. "Man muss anerkennen, dass die Siegermentalität in München nicht die schlechteste ist. Das sieht man seit mehr als 40 Jahren. So unterschiedlich die Kulturen der Klubs auch sind: Es muss mein Ziel sein, diese Haltung jetzt auch in Dortmund noch stärker mit reinzubringen."


"Wenn ich wechsle, dann zu Dortmund"


Auch wenn er nicht allzu lange weg war, gab Hummels zu, dass sich der Verein in den letzten drei Jahren verändert habe: "Natürlich hat sich in dieser Zeit etwas getan. Die Mannschaft ist mittlerweile deutlich internationaler geworden. Als ich noch da war, war sie sehr deutschsprachig geprägt. [...] Ansonsten ist der Verein noch größer, noch bekannter geworden, durch die spektakuläre Spielweise auch im Ausland."


Mats Hummels beim BVB (07/08 - 15/16)

Pflichtspiele309 Spiele​ (~1,96 Pkt./Spiel)
Tore ​25 Tore 
Titel ​2x Deutscher Meister | 1x Pokalsieger | 3x Supercupsieger 

Bevor vor wenigen Monaten die Meldungen aufkamen, dass der 30-jährige Innenverteidiger zurück zum BVB wechseln könnte, hatte er bei Bayern, aber auch bei der Nationalmannschaft keinen leichten Stand. Dennoch sei der Wechsel zu Schwarz-Gelb nicht die einzige Variante gewesen: "Es gab ein paar Möglichkeiten für mich, auch im Ausland. Zusätzlich zur alten Verbundenheit mit dem Verein und zu der für mich vorgesehenen Rolle gab die Schlagkräftigkeit der Mannschaft schließlich den Ausschlag zugunsten der Borussia." Er schwärmt noch immer: "Für mich stand dann fest: Wenn ich wechsle, dann nach Dortmund."


Keine Furcht vor Konkurrenz - "München ist eine andere Kultur"


In München wurde sein Abgang stets so kommuniziert, als habe er sich dem Konkurrenzkampf u. a. mit Niklas Süle und Lucas Hernandez nicht stellen wollen - doch das wieß er zurück: "Das stimmt einfach nicht. Mehr sage ich dazu nicht." Beim Vergleich zwischen den beiden Klubs sticht laut Hummels vor allem auch hervor, dass einzelne Titel beim BVB emotionaler gefeiert werden und dass es eine einzigartige Atmosphäre gibt, wenn man auf der Erfolgsspur fährt. "München ist eine andere Kultur. Aber ich habe kein Interesse daran, nachzukarten. Ich hatte eine gute Zeit bei den Bayern."


Große Ambitionen gibt es jedoch nicht nur beim deutschen Rekordmeister. Neben der Liga möchte der BVB auch international erfolgreich sein, zwar nicht als Favorit, so Hummels, aber man könne sich große Ziele stecken. "Wir wollen es in den K.O.-Runden schon etwas weiter als in der vorigen Saison schaffen. Und wenn wir rausfliegen, dann möglichst auf Augenhöhe."

Mats Hummels

Im Mai gewann der mit den Bayern noch das Double



Um diese Ziele zu erreichen, soll der erfahrene Routinier sein ganzes Können mitbringen. Nicht nur als Innenverteidiger auf dem Platz, sondern auch als Führungsfigur - wenn auch ohne Kapitänsbinde: "Auch für mich selbst gilt: Ich muss mich vorbildlich verhalten und darf mich nicht hängen lassen, auch wenn es mal bei mir persönlich nicht so läuft. [...] Wichtig ist, was ich von mir selbst und jedem Mitspieler erwarte: auf dem Platz alles für die Mannschaft zu geben. Das versuche ich zu leben und entsprechend voranzugehen. Ich bin nicht der Meinung, dass es reicht, in der Woche Däumchen zu drehen und samstags um 15:30 Uhr den Schalter umzulegen."