Vergangenen Freitag saß er noch auf der Bank, ​jetzt kickt er in Bremen: Ömer Toprak wechselt zunächst auf Leihbasis von ​Borussia Dortmund zu den Werdeanern. Der aufgeblähte Dortmunder Kader wird demnach einen weiteren Ergänzungspieler los, doch direkt werden wieder kritische Stimmen laut. Ist die Abwehr jetzt nicht zu unerfahren? Hätte man hier nicht die Breite nötig? Rächt sich der Wechsel? Ich sage: Nein!


Ohne Toprak hat Dortmund mit Manuel Akanji, Mats Hummels, Leonardo Balerdi und Dan-Axel Zagadou vier ausgebildete Innenverteidiger im Kader, zur Not kann auch noch Julian Weigl die Position übernehmen. Fünf Spieler also für zwei Positionen, für eine Dreifachbelastung im Grunde völlig ausreichend. Der FC Bayern würde sicher nur zu gern diese Menge haben...

Leonardo Balerdi

Dortmunds Balerdi drängt in die erste Elf



Zudem ist die Mischung in der Verteidigung perfekt. Mit Zagadou und Balerdi hat der BVB zwei Riesentalente im Kader, denen es aber an Spielpraxis fehlt. Durch den Abgang von Toprak steigen die Einsatzwahrscheinlichkeiten für die beiden Jungspunde enorm. Dortmund bietet dies die Möglichkeit, ihre (teuren) Talente besser nutzen zu können und sie nicht auf der Bank oder gar Tribüne versauern lassen zu müssen.


Daneben nehmen die erfahrenen Spieler Hummels und Akanji die Rolle des Ankers ein, die Sicherheit geben und Erfahrungen teilen. Auch Toprak wäre solch ein Anker gewesen, doch für das Spiel auf dem Platz hilft es wenig, wenn dieser Anker lediglich auf der Tribüne sitzt.


Innenverteidiger spielen auch wieder in der Innenverteidigung


Zudem besteht nicht mehr die konkrete Gefahr, Innenverteidiger auf den Außen einsetzen zu müssen, wie es in der vergangenen Saison oft der Fall war. Damals musste Zagadou oder auch der zu PSG abgewanderte Abdou Diallo aus Verletzungsgründen auf die Außen ausweichen. Nun ist der verletzte Hakim Achraf wieder im Kader, außerdem verpflichtet der BVB mit Nico Schulz und Mateu Morey zwei weitere Außen. Die Innenverteidiger werden dadurch nur noch auf ihrer liebsten Position gebraucht, was den Konkurrenzkampf steigert.


In Dortmund muss man sich also keine Sorgen machen, dass man mit zu wenigen Innenverteidigern in die neue Saison geht. Für eine Saison auf Topniveau ist man auch in der Abwehr absolut gerüstet!