Borussia Dortmund zieht nach einem verdienten, aber hart umkämpften, 2:0-Sieg in die nächste Runde des DFB-Pokals ein. Aufopferungsvoll kämpfende Uerdinger hielten den Spielausgang lange offen, bis Reus und Alcacer die Siegtreffer für den Pokalsieger von 2017 erzielten. Das Tor von Reus sollte nachher noch für Gesprächsstoff sorgen, dem Treffer ging ein Handspiel des Dortmunder Kapitäns voran.


Es sollte ein typisches Pokalspiel werden. Ein defensiv gut organisierter und tief stehender Underdog, der von den eigenen Fans prächtig unterstützt wurde, versucht dem Favoriten das Leben schwer zu machen. Diesen Verlauf nahm auch die Erstrundenpartie zwischen dem KFC Uerdingen und Borussia Dortmund. Uerdingen verteidigte tief mit zwei Viererketten vor dem eigenen Tor, Ex-Dortmunder Kevin Großkreutz spielte dabei rechts in der Abwehrkette. Der BVB agierte erneut mit Reus und Alcacer im Angriff, Hazard feierte sein Debüt im offensiven Mittelfeld. Auch Hummels streifte sich erstmals seit drei Jahren das schwarz-gelbe Dress über und bildete mit Akanji die Innenverteidigung. Vom System gab es nichts Neues zu berichten: Dortmund spielte im 4-2-3-1 System, gegen den Ball formierte sich der BVB dann in eine 4-4-2 Statik.


BVB: Viel Ballbesitz, aber gefährliche Uerdinger


Der BVB war das spielbestimmende Team und kam über die gesamte Partie auf 74% Ballbesitz (Daten: kicker.de). Mit viel Ballzirkulation, fluiden Positionswechseln in der Offensive und einer großen Portion Geduld erspielte sich der BVB Ecke um Ecke und Torschuss um Torschuss, jedoch kein Tor in Hälfte eins. Weigl tat dem Spiel der Borussia erneut sehr gut. Defensiv mit guten Aktionen, setzte er auch im Angriff positive Akzente. Kluge Pässe, vertikales Spiel und eine insgesamt gute Übersicht kurbelten das Spiel des BVB an. Aktuell ist er mit Witsel die optimale Besetzung der Doppelsechs, da er insbesondere im Vergleich zu Delaney mehr Offensivqualität an den Tag legt. Interessant wäre gewiss auch ein Einsatz von Dahoud gewesen, der ein noch offensiverer Spielertyp ist.


Die Krux am Ballbesitzspiel über viele Positionen ist insbesondere die Konterabsicherung. Kleinste Fehler oder Fehlpässe bringen den Gegner ins Spiel und bergen die Gefahr von Umschaltangriffen. Uerdingen machte dies insbesondere in der ersten Hälfte sehr gut und nutze Fehler der Dortmunder aus. Osawe und Rodgriguez zielten aber zu ungenau und konnten die gebotenen Chancen nicht nutzen. Der KFC setzte auf diese Weise jedoch deutliche Duftmarken und bestätigte die Ambitionen für Schwierigkeiten zu sorgen. 

Mats Hummels

Mats Hummels zeigte eine gute Leistung und stabilisierte die Abwehr des BVB



Das richtige Bruchwerkzeug


Um das kompakte Zentrum der Uerdinger zu knacken, suchte der BVB häufig auch den Weg über die Flügel. Mit den agilen Außenverteidigern Schulz und Piszczek kam Dortmund zu einigen Überladungen und durch Kombinationen über die Halbräume auch zur Grundlinie. Flache Hereingaben sorgten dann immer wieder für Gefahr – oder zumindest für Ecken. Zwölf an der Zahl gab es nach 90 Minuten für Dortmund. 


Insgesamt können beide Teams zufrieden mit dem Verlauf bzw. Ausgang der Partie sein. Uerdingen zeigte eine sehr couragierte Leistung und sorgte lange für Spannung. Der BVB ist nach dem Supercupsieg eine Runde weiter, die Treffer und herausgespielten Chancen sollten Grund genug sein, der aktuell verfolgten Offensivstrategie (viel Geduld, Positionswechsel im letzten Drittel, Flügelüberladungen) weiter das Vertrauen zu schenken.