​TDD - Transfer Deadline Day: unter diesem Kürzel fasst sich die ganze frenetische Aktivität der englischen Klubs am heutigen Tag zusammen. Denn: heute ist letzter Markttag auf der Insel - zumindest was Einkäufe anbelangt. Entsprechend fieberhaft arbeiten die zwanzig Klubs auch heute noch (bis 18.00 Uhr dt. Zeit), um ihre Kader zu vervollständigen. So soll der FC Watford versuchen, auf den letzten Drücker Herthas Linksverteidiger und Nationalspieler ​Marvin Plattenhardt (27) nach England zu locken. 


Fortgeschrittene Verhandlungen mit Watford


So berichtet es zumindest die Berliner Zeitung, mit Verweis auf das Internet-Portal Football Insider. Demnach sollen die Verhandlungen zwischen Hertha und Watford schon ziemlich fortgeschritten sein. Aktuell wird der Marktwert des Nationalspielers (sechs Spiele für den DFB) auf zehn Millionen Euro beziffert (transfermarkt.de). 


Da man auch in Berlin um die Finanzkraft der Premier League weiß, ist davon auszugehen, dass Watford etwas tiefer in die Tasche greifen muss. Zwischen 15 und 20 Millionen Euro dürfte der Verkauf den Hauptstädtern einbringen. Für die vakante Position auf der linken defensiven Außenbahn käme aus dem aktuellen Kader der 22-jährige Maximilian Mittelstädt in Frage, der bereits in der vergangenen Spielzeit auf 25 Einsätze bei der "Alten Dame" kam. 


Ein anderer Spieler im Hertha-Kader will hingegen endlich den Durchbruch schaffen: ​Davie Selke (24). 


Selke will mehr Tore machen - und träumt vom Pokalfinale


Im Jahr 2017 für die stolze Ablöse von 8,5 Millionen Euro aus Leipzig gekommen, konnte der Stürmer in seiner Premierensaison an der Spree durchaus überzeugen. Seine zweite Saison geriet dagegen eher problematisch, auch der Verletzung (Lungeneinriss) während der Sommervorbereitung geschuldet, die ihn bis September außer Gefecht setzte. 


Die Erinnerung daran will er möglichst hinter sich lassen, verweist aber auf die Zahlen der letzten Spielzeit. "Ich hatte letzte Saison neun Vorlagen, das war ganz gut. Aber jetzt will ich wieder auf Tore umschalten. Letztes Jahr waren es drei Tore - das ist nicht das, was ich mir vorstelle", so Selke gegenüber dem kicker


Insgesamt gibt sich der schlaksige Angreifer kampfeslustig und selbstbewusst. Auch die Verpflichtung eine Dodi Lukebakio (kam in diesem Sommer kurioserweise vom FC Watford) sieht Selke eher als Ansporn denn als Hemmnis: "Ich finde gut, dass er da ist. Wir haben die Ambition und das Potential, den nächsten Schritt zu gehen - dann gehört es dazu, dass man solche Spieler holt. Die Trainingsquailität erhöht sich dadurch, jeder gibt noch mehr Gas." 


Zufrieden äußerte sich Selke auch über seinen neuen Coach, Ante Covic. "Er ist ein emotionaler Typ, was ich gut finde. Mein Eindruck ist sehr positiv. Er setzt auf spielerische Lösungen. Nach der langen Zeit unter Pal Dardei ist jetzt alles ein bisschen neu, jeder gibt neu Gas." 


So wie anscheinend auch der tschechische Verband, der stark um Selkes Dienste buhlt (Davie Selke ist Sohn eines äthiopischen Vaters und einer tschechischen Mutter). Der Umworbene selbst lässt in dieser Sache Ruhe walten. "Ich weiß vom Interesse. Der tschechische Trainer hat das deutlich signalisiert. Es ist das Heimatland meiner Mutter. Aber es ist jetzt der falsche Zeitpunkt, um darüber zu reden", nahm der Stürmer etwas die Dringlichkeit aus dieser Causa. 


Für ihn steht die Hertha momentan voll im Mittelpunkt. Und die Jagd nach Zählbarem. Vielleicht ja über den Pokal-Wettbewerb. Selke dazu: "Jeder weiß, was unser großes Ziel ist, wenn man bei Hertha lebt und jedes Jahr Tickets fürs Finale angeboten bekommt. Das ist der kürzeste Weg zu einem Titel."