Rund um den Volkspark hatten sie es schon befürchtet. Und kurz nach der Bombe in Form des Berichtes der SportBild, demzufolge der HSV-Stürmer Bakery Jatta bei seiner Einreise nach Deutschland falsche Angaben zu seiner Identität gemacht haben soll, ​legte der 1.FC Nürnberg Protest gegen die Wertung des Spiels gegen den ​Hamburger SV (0:4) ein. Offenbar aber ohne Erfolgsaussichten für den Club!


Der HSV wähnte sich da (und tut es immer noch) bereits auf der sicheren Seite. De facto hatten die Hamburger bereits vor dem Spiel beim Club Kenntnis von dem Inhalt des SportBild-Berichts erhalten und diese dann umgehend an die DFL weitergeleitet. Entsprechend stellte die Liga-Vertretung jetzt klar: "Der Hamburger SV hat die DFL vor dem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg darüber informiert, dass es möglicherweise eine mediale Berichterstattung über die Identität des Spielers Bakery Jatta geben wird. Der Spieler stand zum Zeitpunkt der Begegnung auf der Spielberechtigungsliste, insofern durfte er eingesetzt werden.“ 


HSV deckt Jatta den Rücken


Für den HSV ist die Sache damit vorerst und vorbehaltlich der Ergebnisse der weiteren Untersuchungen erledigt. Klub-Chef Bernd Hoffmann gegenüber der MoPo: "Wir haben Bakery Jattas gültigen Reisepass inklusive Aufenthaltsgenehmigungen vorliegen. Bakery hat sich seit seiner Ankunft bei uns als tadelloser Sportsmann und als verlässlicher Mitarbeiter gezeigt. Er hat sich schnell in unser Mannschaft und in unseren Klub integriert. Wir schätzen ihn als Spieler und Menschen." Der Spieler selbst blieb auch nach einem Gespräch mit Vereinsvertretern am Dienstag bei seiner bisherigen Version der Dinge.  

Auch innerhalb der Mannschaft gab es natürlich Reaktionen. Innenverteidiger Rick van Drongelen z.B. postete auf Instagram eine Solidaritätsbekundung des Teams. Auf dem Foto ist Jatta zu sehen, der van Drongelen Huckepack nimmt, dazu die englische Textzeile: "No matter what, we got your back!" - also auf Deutsch: "Was immer passiert, wir stehen hinter dir." 

Der Protest der Franken dürfte sich angesichts der aktuellen Faktenlage als nicht haltbar erweisen und wird aller Voraussicht nach vom DFB abgeschmettert. Eine Entscheidung des zuständigen Gremiums ist indes nicht vor kommender Woche zu erwarten.