​Heimlich, still und leise hat sich der ​FC Augsburg in der Elite des deutschen Fußballs festgesetzt. Zwar noch kein Dauerkandidat für die internationalen Plätze, ist man in der Fuggerstadt aber mittlerweile schon über den Status des "kleinen" (und latent vom Abstieg bedrohten) Klubs hinausgewachsen. 


Unruheherde wurden verbannt


Vor allem Sportdirektor​ Stefan Reuter konnte sich in den letzten Monaten stark profilieren. So meisterte er in der Winterpause die Affäre Caiuby. Er zeigte dem Spieler auf, dass dessen Verhalten (Caiuby kam verspätet aus dem Heimat-Urlaub, war vorübergehend gar nicht lokalisierbar) nicht akzeptabel ist. Immerhin hatte der Brasilianer nicht nur die komplette Winter-Vorbereitung verpasst, sondern auch gleich die ersten Bundesliga-Spiele. Im Februar wurde Caiuby in die Schweiz verliehen. 


Dann muckte ein Martin Hinteregger auf, schien sich mit Kommentaren gegen den Trainer ("Ich kann nichts Positives über ihn sagen!"), der damals noch Manuel Baum war, vom Klub wegekeln zu wollen. Kurze Zeit später wurde der Österreicher an die Frankfurter Eintracht verliehen, die ihn nunmehr, nach wochenlangem Verhandlungen, fix verpflichtet hat. Dabei entpuppte sich Reuter, neben seiner Funktion als Krisen-Manager, auch als harter Verhandlungspartner. Die anfänglichen zehn Millionen Euro, die die SGE für den Abwehrmann zahlen wollte, trieb er noch auf kolportierte zwölf Millionen Euro. 


Unpopuläre Entscheidungen, die fruchteten


Auch vor unpopulären Entscheidungen schreckte Reuter nicht zurück. Installierte erst im Februar den schwierigen Charakter Jens Lehmann als Co-Trainer neben Manuel Baum. Nur um zwei Monate später beide zu entlassen. Martin Schmidt wurde nach dem 28. Spieltag installiert, meisterte erfolgreich den Abstiegskampf und hat jetzt für's Erste das Sagen beim FCA. 


Umbruch und Verjüngung des Kaders


Die Mannschaft (zehn externe Neuzugänge) wurde für knapp dreißig Millionen Euro verstärkt - und verjüngt. Der ablösefreie Marek Suchy (kam vom FC Basel) ist mit 31 Jahren der älteste Neuzugang. Das Alter relativiert sich aber, wenn man die Position des Tschechen berücksichtigt: Suchy ist Innenverteidiger. Ansonsten bewegt sich die Altersspanne der Neuzugänge zwischen 20 (Reece Oxford) und 28 (Florian Niederlechner) Jahren. Perspektivisch hat der FCA also eine Truppe für die kommenden drei bis fünf Jahre zusammengestellt. 


Und wie gesagt: Das alles wurde mit wenig Lärm und viel Umsicht gemacht. Der FCA scheint sich in der Bundesliga fest etabliert zu haben. Nicht zuletzt dank der hervorragenden Arbeit von Stefan Reuter.