Trotz jüngster kritischer Stimmen der Fans gehört Toni Kroos seit Jahren zum Herzstück des Mittelfeldes von Real Madrid. Der deutsche Nationalspieler verlängerte seinen Vertrag vor wenigen Monaten bis 2023, hätte beinahe aber einen völlig anderen Weg eingeschlagen, wie er gegenüber dem Lifestyle-Magazin GQ verriet. 


Im Sommer 2010 kehrte Kroos von Bayer Leverkusen zum ​FC Bayern zurück, vier Jahre später wechselte er für eine Ablösesumme über 25 Millionen Euro zu Real Madrid. Fast aber wäre er auf der Insel gelandet: David Moyes, damaliger Trainer von ​Manchester United, bemühte sich im Frühjahr 2014 um den Mittelfeldspieler und konnte ihn offenbar rasch von einem Wechsel überzeugen. 


"Ich wusste schon vorher, dass mich Manchester möchte. Und Moyes hat das absolut unterstrichen", erinnert sich Kroos, der sich insgesamt zwei Stunden mit dem schottischen Trainer unterhielt.

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   Laut BILD war sich Toni Kroos (l.) mit den Verantwortlichen von Manchester United bereits über einen Vertrag einig. Um ein Haar hätte der Weltmeister eine völlig andere Karriere eingeschlagen.


Die Gespräche waren von Erfolg gekrönt. "
Letztlich sind wir so auseinander gegangen, dass wir es machen. Wir waren also mündlich einig", so Kroos, "im nächsten Schritt sollte es darum gehen, dass wir uns in Manchester alles vor Ort anschauen."

​Doch dann begannen die Red Devils im Chaos zu versinken. Nach zwei Niederlagen gegen den FC Liverpool und Manchester City im März 2014 scheiterte die Mannschaft im Viertelfinale der Champions League am FC Bayern München, die darauffolgende Pleite gegen den FC Everton bedeutete das Aus für Moyes. Schon zuvor knisterte es beim englischen Rekordmeister, nicht zuletzt aufgrund von drei Niederlagen in Serie zu Beginn des Kalenderjahres.


Moyes' Aus war der Anfang von Kroos' steilem Aufschwung


Klub-Legende Ryan Giggs war als Interimstrainer bis Saisonende tätig, nach der Weltmeisterschaft übernahm Ex-Bayern-Trainer Louis van Gaal das Zepter. In der Zwischenzeit entschied sich Kroos für einen Wechsel in die spanische Landeshauptstadt und verpasste seiner Karriere einen enormen Schub: Mit Real feierte er drei Titel in der Champions League, wurde vier Mal Klubweltmeister sowie Spanischer Meister im Jahr 2017. Der 29-Jährige ist sich längst bewusst, dass er mit diesem Schritt alles richtig gemacht hat, und fügte schließlich an: "Mit Manchester United hätte ich wohl nicht dreimal die Champions League gewonnen."