Der Ehrenrat hat getagt, die Entscheidung in der Causa Clemens Tönnies ist (vorerst) gefallen: Der Aufsichtsratvorsitzende des ​FC Schalke 04 legt sein Amt für drei Monate nieder, ehe er anschließend in gleicher Funktion zu den Knappen zurückkehrt. Der Ehrenamt beschloss, das der Vorwurf des Rassismus unbegründet sei.

Zunächst die Fakten: Der Schalker Ehrenrat tage am Dienstagabend, um die Zukunft von Clemens Tönnies zu besprechen. Als Ergebnis wurde festgehalten, dass der Rassismus-Vorwurf an Tönnies unbegründet sei, Schalkes Vorsitzender des Aufsichtsrat jedoch gegen das Diskriminierungsverbot in der Vereinssatzung verstoßen hatte. Tönnies räumte seinen Fehler ein und bedauerte sein Verhalten. Seine Konsequenz: er tritt für die Dauer von drei Monaten von seinem Amt zurück. 


Schalke 04 und Tönnies: Inkonsequent und nicht integer


Fakten beiseite: Das ist wenig, bis gar nichts. Clemens Tönnies ist mit einem blauen Auge davon gekommen, das Ergebnis der Krisensitzung mit dem Ehrenrat: ernüchternd. Es wirkt wie Schadensbegrenzung, um die sich der FC Schalke 04 bemüht. Tönnies Rückzug wirkt wie in Deckung gehen, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Wirklich integer wirkt Schalke 04 in dieser Sache nicht; viele Schalke- und Fußball-Fans dürfte es verstimmen, dass Clemens Tönnies sein Amt als Aufsichtsratvorsitzender nicht niederlegt, sondern lediglich für drei Monate aussetzt.