​Am heutigen Samstagabend kommt es im Supercup mal wieder zum prestigeträchtigen Duell zwischen dem ​FC Bayern München und ​Borussia Dortmund. Beide Klubs treten mit einer guten Vorbereitung im Rücken gegeneinander an und nicht nur das Wiedersehen von Mats Hummels und seinen Ex-Kollegen verspricht Spannung.


In der Saisonvorbereitung tingelten beide Vereine durch die USA. Zu einem direkten Aufeinandertreffen der beiden deutschen Schwergewichte kam es in Übersee zwar nicht, dennoch wurde die Belastbarkeit der beiden Meisterschaftsanwärter bereits ordentlich auf die Probe gesellt. Meisterschaftsanwärter ist ohnehin ein gutes Stichwort, schließlich zeigten sich die Borussen in den letzten Wochen keineswegs kleinlaut und kündigten den Bayern einen heißen Tanz um die Meisterschale an. Gut so!


Formkurve beider Teams stimmt positiv


Vor allem der BVB konnte in der Vorbereitung bislang überzeugen und kann nach sechs Testspielen eine makellose Bilanz vorweisen. Sechs Siege, bei denen jeweils mindestens drei Tore erzielt wurden, sprechen für sich. Highlight war dabei mit Sicherheit der 3:2-Sieg gegen Jürgen Klopps FC Liverpool, auch wenn der Schlagabtausch mit dem Champions-League-Sieger nicht überbewertet werden sollte. Die anderen Gegner waren allesamt eher im unteren Regal des internationalen Fußballs anzusiedeln und lassen daher ohnehin wenig Rückschlüsse zu.

FBL-FRIENDLY-BORUSSIA-LIVERPOOL

Neuzugang Nico Schulz wusste auch gegen die Reds zu überzeugen



Die Bayern können im Vergleich zu den Schwarz-Gelben zwar keine ganz so blütenweiße Weste ​vorweisen, hatten es aber in der Vorbereitung in der Summe auch mit deutlich dickeren Brocken zu tun. Die Spiele gegen Real Madrid (3:1), den AC Mailand (1:0) und Fenerbahce Istanbul (6:1) konnte der Rekordmeister aber dennoch allesamt für sich entscheiden. Lediglich gegen die Tottenham Hotspur zog man, dann aber auch erst nach Elfmeterschießen, den Kürzeren.


BVB-Neuzugänge bislang präsenter


Obwohl die Münchner mit Lucas Hernandez bereits ein echtes Schwergewicht an die Säbener Straße lotsen konnten und auch Benjamin Pavard und Jann-Fiete Arp nicht zu vernachlässigen sind, ist das ewige Hin und Her rund um eine ​mögliche Verpflichtung von Leroy Sane weiter das vorherrschende Thema bei den Bayern. Beim Spiel gegen die Dortmunder müssen die Anhänger der Bayern weiterhin ohne Hernandez auskommen, der frühestens zum Saisonstart eine Option sein könnte.


Beim BVB hingegen haben die Neuzugänge bereits nach nur wenigen Wochen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Allen voran ​Mats Hummels wirkt nach seiner Rückkehr von den Bayern bereits wieder hervorragend integriert und ist der unangefochtene Chef der Dortmunder Defensive. In der Offensive konnten die Borussen mit Julian Brandt und Thorgan Hazard zudem zwei frische Kräfte für sich gewinnen, die ideal in das System von Lucien Favre zu passen scheinen. Ähnliches gilt für Linksverteidiger Nico Schulz, der sich bereits die Aussicht auf einen Stammplatz erarbeiten konnte.


Einige prominente Namen fallen aus


Beim ersten direkten Duell in dieser Saison müssen beide Klubs ohne den ein oder anderen potenziellen Stammspieler auskommen. Auf Bayern-Seite fehlt neben Hernandez und dem angeschlagenen Javi Martinez auch ​Serge Gnabry, den muskuläre Probleme plagen. Rechtzeitig fit meldete sich hingegen Kingsley Coman, der beim Test gegen die Spurs einen Schlag aufs Knie abbekommen hatte.


Die Bayern und der BVB im Direktvergleich


​FC Bayern BVB
Meistertitel​​29​8
​Platzierung 2018/19​1.​2.
​Siege im direkten Duell​59​32
​Spieler-Marktwert​757,15 Mio.​669,10 Mio.


(Marktwert laut transfermarkt.de)


Auch der BVB kann nicht mit der ersten Kapelle antreten. So fällt mit Julian Brandt ausgerechnet eine der prägenden Figuren der bisherigen Vorbereitung mit Adduktorenproblemen aus. Zudem steht die eigentliche Nummer Eins Roman Bürki nach einer Risswunde am Schienbein nicht zur Verfügung. Unklar ist zudem, ob Thorgan Hazard eine Option sein kann. Aufgrund anhaltender Beschwerden am Sprunggelenk ist ein Einsatz des belgischen Offensivspielers aber eher unwahrscheinlich.


Was kann man also erwarten?


Unterm Strich klingen die Voraussetzungen nach einem heißen Tanz, dessen Sieger im Vorhinein kaum abzuschätzen ist. Aufgrund der sehr überzeugenden Auftritte der letzten Woche, sollte man die Dortmunder aber mindestens auf Augenhöhe sehen. Wer die Bayern aber nur ein bisschen kennt, weiß genau, dass sie liebend gerne noch vor dem Start der eigentlichen Bundesligasaison ein echtes Statement setzen würden.

COMBO-FBL-GER-BUNDESLIGA-BAYERN MUNICH-DORTMUND

Wer kann sich im Trainerduell Kovac vs. Favre dieses Mal durchsetzen?



Ein Spiel auf allerhöchstem Niveau, sollte man zu dieser Saisonphase aber wohl nicht unbedingt erwarten. Gerade im Verhalten gegen den Ball zeigten beide Mannschaften bislang noch die ein oder andere Anpassungsschwierigkeit auf. Für neutrale Beobachter könnte sich dadurch eine offene Partie mit vielen Torraumszenen ergeben. Spannend wird zudem zu sehen sein, auf welches taktisches Konzept vor allem Niko Kovac setzen und ob er seinem favorisierten 4-3-3-System vertrauen wird.