Nach der Verletzung von Marcin Kaminski deuteten Tim Walter und Sven Mislintat einen möglichen externen Ersatz für die Innenverteidigung des ​VfB Stuttgart an. Nun aber ruderte der Sportdirektor gegenüber ​Sky zurück. Ergibt sich eine neue Chance für Holger Badstuber?


Der Kreuzbandriss von Kaminski, der nach einem Jahr auf Leihbasis bei Fortuna Düsseldorf fest unter Walter eingeplant war, überschattet noch immer den 2:1-Sieg des VfB über Hannover 96 zum Auftakt der 2. Bundesliga. "Erstmal ist es nach ein paar Tagen Abstand genauso bitter, vor allem wenn man die Szene nochmal guckt", sagt Mislintat, ​der grundsätzlich keinen Nachschub auf dem Transfermarkt ausschließ​en wollte.

​Möglicherweise wird sich der VfB noch im Abwehrzentrum verstärken, garantiert ist dies aber nicht. Mit dem am kommenden Spieltag gesperrten Maxime Awoudja, Kapitän Marc-Oliver Kempf und dem eigentlich aussortierten Holger Badstuber stehen noch drei Innenverteidiger zur Verfügung, weshalb Mislintat zurückrudert: "Erstmal bedeutet die Verletzung, dass wir als Gruppe noch enger zusammenwachsen müssen, noch enger zusammenrücken müssen, das versuchen zu kompensieren. Dann schauen wir uns in aller Ruhe an, was wir für Schlussfolgerungen ziehen."

Marcin Kaminski

  Nach der schweren Verletzung von Marcin Kaminski denken die Verantwortlichen des VfB Stuttgart über weitere Transfers nach.


​Soll heißen: Entweder, Walter versetzt Atakan Karazor oder den an einem Muskelfaserriss laborierenden Emiliano Insúa auf die Position von Kaminski, oder Holger Badstuber erhält eine neue Chance. Der 30-Jährige steht noch bis 2021 unter Vertrag, wurde aber nach einer Wadenverletzung im November vergangenen Jahres aussortiert, galt als einer der Streichkandidaten für den Januar und absolvierte gerade einmal vier Spiele in der Rückrunde.


Drei Innenverteidiger sind unter Umständen genug


​Abgesehen davon fehlt Awoudja nur für die kommende Partie, danach ist der 21-jährige Neuzugang aus der Reserve des FC Bayern wieder spielberechtigt. Tim Walter lobte den 1,88 Meter großen Abwehrspieler, der erst mit seinem ersten Ballkontakt im Profifußball ein Eigentor erzielte, ehe er vor seinem unberechtigten Platzverweis eine starke Leistung in der zweiten Halbzeit bot.

Hendrik Weydandt,Maxime Awoudja

   Maxime Awoudja (r.) rückt nach seiner Sperre wahrscheinlich in die Startelf.


Ohnehin endet das Transferfenster erst am zweiten September, Mislintat bleibt daher genügend Zeit, um die Lage mit Walter zu beobachten und zu besprechen. Sollte sich keiner der übrigen Innenverteidiger verletzen und der VfB gute Resultate erzielen, ist davon auszugehen, dass die Schwaben nach den bereits getätigten Investitionen in Höhe von 9,4 Millionen Euro nicht noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden - Geld wäre aber nach den Einnahmen über rund 65,5 Millionen Euro durchaus vorhanden.