​Wenn ein Klub wie ​Real Madrid ein Freundschaftsspiel, ganz gleich gegen wen, mit 3:7 verliert, kann man nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen. Wenn eine derart schmähliche Niederlage aber auch noch gegen den städtischen Konkurrenten passiert, ist erheblicher Gesprächsbedarf angezeigt. Gut für die Königlichen, dass sie gegen den Champions-League-Finalisten ​Tottenham Hotspur heute (18.00 Uhr) schon wieder die Chance zur Rehabilitierung haben. 


"Wir haben ein Freundschaftsspiel gespielt, Atlético ein Finale", sagte ein sichtlich frustrierter Sergio Ramos nach der Packung im MetLife-Stadium vor den Toren New Yorks. Die Frage sei berechtigt: Wie kann denn das sein? Die Rivalität zwischen beiden Klubs ist hinlänglich bekannt und wird in der Stadt auch entsprechend gelebt. Ein jeder in weiß gekleideter Spieler sollte sie vollständig aufgesogen haben. So wie die Rojiblancos aus dem Süden der Stadt es in jedem Aufeinandertreffen der beiden vorexerzieren. 


Schwache Ergebnisse beim ICC


Doch schon die ersten Spiele auf der USA-Tournee im Rahmen des International Challenge Cup (ICC) verliefen für Real Madrid alles andere als vielversprechend. Die tagtäglichen Debatten um Gareth Bale und andere Verkaufskandidaten wurden dadurch nicht leiser. Einem 1:3 gegen die Bayern folgte ein 2:2 gegen Arsenal London. Und nun dieses unfassbare 3:7, das von den reinen Zahlen sogar noch eine weitaus schlimmere Schmach übertünchen konnte. Zur Halbzeit stand es 0:5! 


Doch das Schöne an der Vorbereitungszeit auf eine neue Saison ist, dass es umgehend wieder die Möglichkeit zur Besserung gibt. 


Wiedergutmachung gegen den Champions-League-Finalisten?


Dieser Tage weilt der königliche Tross in München beim Audi Cup. Real muss dabei im ersten Halbfinale gegen die Spurs aus London ran. Im Finale träfen sie auf den Sieger zwischen Bayern München und Fenerbahce Istanbul. Nicht nur die Madridistas, also die, die es mit Real halten, werden heute Nachmittag ganz genau hinschauen. 


Natürlich würde selbst eine neuerliche Niederlage noch nichts heißen in Bezug auf die am 16. August startende Liga (Stand heute, denn der Streit zwischen Verband (Rubiales) und Liga (Tebas) beherrscht auch in diesem Sommer den spanischen Fußball mehr, als ihm lieb sein kann), doch die längst in Madrid tönenden Alarmsirenen würden sicherlich auch nicht leiser werden. 


Übrigens: Gareth Bale, dessen Wechsel nach China sich (vorerst) zerschlagen hat, ​wurde von Zinedine Zidane nicht für den Trip nach München mitgenommen. Eine gemeinsame Zukunft von Klub und Spieler ist damit ein weiteres Stück unrealistischer geworden.