​Lutz Pfannenstiel (46) war in Fußball-Deutschland den meisten Leuten bis vor kurzem als Co-Kommentator bei Eurosport und anderen Sendern bekannt. Als Funktionär ​hat er sich erst bei der TSG Hoffenheim und anschließend bei ​Fortuna Düsseldorf einen Namen gemacht. In der Branche wird der gebürtige Zwieseler mittlerweile schon in einem Atemzug mit Platzhirschen wie Fredi Bobic genannt. 


Dem breiten Publikum wurde Pfannenstiel 2010 anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika ein Begriff. Mit sachlich-ruhiger und fundierter Art kommentierte er für das ZDF das Endturnier. Vielleicht ist er ja damals schon den Düsseldorfer Verantwortlichen aufgefallen. Nach seiner aktiven Karriere, die er 2010 beendete, heuerte er jedoch erstmal als Scout bei der TSG Hoffenheim 1899 an.  


Seit Dezember 2018 ist Pfannenstiel mittlerweile als Sportvorstand für die Fortunen unterwegs - und hat sich in Rekordzeit zu einem der gefragtesten Manager in Deutschland gemausert. Rekorde scheinen überhaupt sein Ding zu sein. Denn: Lutz Pfannenstiel steht im Guiness-Buch der Rekorde als der Spieler, der bisher als einziger auf allen fünf Kontinenten aktiv Fußball (Torwart) gespielt hat. Asien, Europa, Afrika, Amerika und Australien - die Welt als Ganzes war die Bühne des Lutz Pfannenstiel. Ganz klar: der Mann hat Kontakte. Achttausend, nach eigenen Angaben im Interview mit dem kicker


Pfannenstiel nutzt sein weltweites Netzwerk


Wer auf allen Erdteilen Fußball gespielt und gelebt hat, lernt natürlich auch jede Menge Leute kennen. Manager, Trainer, Präsidenten - und eben auch unzählige Spieler. Doch Kontakte allein reichen in diesem Geschäft nicht aus. 


Wenn man für einen finanziell eher bescheiden aufgestellten Klub wie die Düsseldorfer Fortuna unterwegs ist, bedarf es mehr als eines dicken Notizbuches. Schneller als die Konkurrenz sein, hartnäckig am Zielspieler dranbleiben, bis man ihn dann vom eigenen Konzept überzeugt hat - das sind die Dinge, mit denen ein Lutz Pfannenstiel im Haifischbecken Spielermarkt bestehen will. Und offensichtlich auch kann. 




Auch in der aktuellen Transferperiode kann sich seine Bilanz durchaus sehen lassen. Gut einen Monat vor Ende der Transferperiode haben die Rheinländer eine Fluktuation von Spieler moderiert, die in dieser Form in der Liga ihresgleichen sucht: Sieben Neuverpflichtungen stehen neun Abgängen gegenüber. Doch das Ende der Fahnenstange ist damit längst noch nicht erreicht. 


Pfannenstiel kündigt weitere Transfers an


Gegenüber dem kicker kündigte Pfannenstiel weitere Aktivitäten auf dem Spielermarkt an: "Wir sind definitv noch nicht fertig, und es wird voraussichtlich noch einige Neuzugänge geben." In dieser heißen Phase der Saisonvorbereitung sei es wichtig, hellwach zu sein. "Informationen kommen aus allen möglichen Richtungen, es gibt viele Dinge, die du auswerten musst. Manchmal werden sehr viele Spieler aus aller Welt angeboten, weil jeder Berater seine Jungs präsentieren will", erklärt Pfannenstiel die Besonderheiten des Marktes zu diesem Zeitpunkt. 


Eine Besonderheit in der Transferstrategie - erneut eine Parallele zu Bobic und dessen Frankfurter Eintracht - der Landeshauptstädter sind Leihgeschäfte. Für wirtschaftlich nicht übermächtig aufgestellte Vereine sind Leihen immer die preiswerteste Option. Natürlich ist damit auch immer das Risiko einer zu großen Fluktuation vermacht. Doch dieses Risiko gehen sie bei der Fortuna ein. Dementsprechend haben vier Säulen der vergangenen Saison (Markus Suttner, Marcin Kaminski, Dodi Lukebakio und Takashi Usami) den Verein verlassen. 


Der bisherige Rekordeinkauf der Düsseldorfer ist Nana Ampomah. Der 23-jährige Ghanaer kam für vier Millionen Euro vom belgischen Erstligisten Waas Beveren. Doch die Verkäufe von Benito Raman (13 Millionen Euro, Schalke 04) und Marvin Duksch (1,75 MIllionen, Hannover 96) haben derart viel Geld in die Kassen gespült, dass man sich jetzt in der entscheidenden Phase des Marktes gelassen nach neuen Spielern umsehen kann. Wenn dabei ähnlich gute Arbeit wie zu Beginn der letzten Spielzeit geleistet wird, kann man sich in Düsseldorf auf die kommende Saison freuen.