​Union Berlin ist der insgesamt 56. deutsche Verein, der sich auf der größten Fußball-Bühne in Deutschland beweisen darf. Nach einer furiosen Saison in ​Liga 2 schaffte man den hart erarbeiteten Aufstieg, doch damit geht die Herausforderung erst richtig los. In der starken ​Bundesliga muss sich Union nun beweisen, was ist für die Eisernen überhaupt möglich?


Für die Fans, Spieler und Verantwortlichen wird es in der kommenden Spielzeit eine große Veränderung geben. Auswärtsfahrten zum ​FC Bayern München oder ​Schalke 04 stehen an der Tagesordnung, ab dem ersten Spieltag gilt volle Konzentration und jeder einzelne Punkt zählt. Denn die Voraussetzungen für dieses Jahr sind anders als je zuvor.


Die Bundesliga ist nämlich ein gewaltiger Sprung im Vergleich zur zweiten Liga. Denn mit einem geringen Budget und vergleichsweise wenig Oberhaus-Erfahrung im Kader, wird es von Beginn an ein Rennen gegen den Abstieg werden. Für die Eisernen spricht in jedem Fall eine tolle Atmosphäre im Verein. Die Spieler und Fans gehen hochmotiviert in die neue Saison und wollen das maximal Mögliche erreichen.


So schlugen sich die letzten Bundesliga-Neulinge in der ersten Saison


MannschaftPunkteTabellenplatz
SpVgg Greuther Fürth​2118​
SC Paderborn​​31​18
​FC Ingolstadt40​​11
​RB Leipzig​67​2

Die Vergangenheit zeigt allerdings, dass sich die Bundesliga-Neulinge durchaus schwer tun. Für ​Greuther Fürth und den ​SC Paderborn ging es zum Beispiel bereits nach einer Saison wieder in die zweite Liga. Doch man gibt sich trotzdem hoffnungsvoll und sorgte mit klugen Transfers schon für ein Ausrufezeichen. Mit Neuzugängen wie Neven Subotic, Christian Gentner oder Anthony Utah konnte man sich erstklassig verpflichten.

Anthony Ujah

Ujah sammelte bereits 109 Einsätze in Liga 1


Die Erfahrung dieser Profis wird dem kompletten Team enorm helfen. Denn für viele Spieler wird der Sprung ins kalte Wasser eine enorme Herausforderung werden. Sheraldo Becker oder Marcus Ingvartsen sind jene Akteure, die sich erstmalig in einer so großen Liga beweisen müssen. Insgesamt ist der Kader also mit interessanten Talenten und erprobten Stars gut gespickt.


Trainer Urs Fischer wird ebenfalls erst in sein zweites Jahr in Deutschland gehen. Vorher war er in der Schweiz aktiv, arbeitete dort zumindest sieben Jahre lang in der ersten Liga. Doch vielleicht ist es genau diese Unverblümtheit, die Union zum Erfolg führen könnte. Denn den Aufsteiger werdem nicht viele auf der Rechnung haben, was sich am Ende für die Eisernen auszahlen könnte.


In Bestform kann Union in Fahrt kommen


Unterschätzen darf man die kämpferischen Akteure keines Falls. Dementsprechend sind Spieler wie Sebastian Polter oder Grischa Prömel immer wieder für Überraschungen gut. In der vergangene Saison stellte man zudem die mit Abstand beste Defensive der Liga, was auf große Ausgeglichenheit im Kader deutet. Man verstärkte sich auf den Positionen auf denen es wichtig ist und schenkt den Leistungsträgern aus der vergangenen Saison weiter Vertrauen.

Sebastian Polter

Sebastian Polter könnte zur großen Waffe im Angriff werden


So ist also festzuhalten, dass Union Berlin sicherlich einer der Abstiegskandidaten sein wird. Doch die Eisernen können durchaus für die ein oder andere Überraschung sorgen und werden sich bestmöglich gegen einen Abstieg wehren. Zwar spricht der zweitniedrigste Kaderwert der Liga nicht unbedingt für die benötigte Konkurrenzfähigkeit, doch reine Zahlen sagen im Fußball nichts aus. 


Letztendlich wird es darauf ankommen, wie sehr die Berliner an die erste Liga glauben und welche Spieler über sich hinaus wachsen können. Für das große Ziel wird auf jeden Fall nichts unversucht bleiben und mit dem nötigen Glück könnte das Projekt Bundesliga auch noch verlängert werden. Vor allem die Konstanz könnte zur großen Stärke werden, denn sie führte die Eisernen überhaupt erst auf die große Bühne.