Die Verletzungshistorie von Lars Bender reicht für drei Karrieren. Was der 30-Jährige inzwischen alles hinter sich hat, hätte viele andere bereits die Segel streichen lassen. Auch Bender selbst sprach nun in einem Interview mit dem kicker ungewöhnlich offen über Pläne fürs Karriereende und wann dies angedacht sein könnte.


Seit zehn Jahren schon spielt Lars Bender seit seinem Wechsel von 1860 München bei ​Bayer Leverkusen. Der Kapitän der Werkself hat mit den Rheinländern eine ganze Menge erlebt, vor allem aber auch viele Verletzungen erlitten. Nicht eine Saison absolvierte er, ohne mehrere Spieler verletzungsbedingt verpasst zu haben. In der abgelaufenen Saison waren es erneut 15 Spiele, die der Defensivstratege wegen diverser Blessuren von draußen verfolgen musste.


Daher beschäftigt sich der Mittelfeldspieler bereits mit einem möglichen Karriereende, wie er dem Fachmagazin kicker verriet. "Auch in diesem Sommer habe ich aufgrund der Rückschläge darüber nachgedacht. Deswegen schaue ich nicht mehr allzu weit in die Ferne", so Bender. Daher sei ein Ende der aktiven Karriere mit Ablauf des aktuellen Vertrags denkbar. Das wäre in zwei Jahren im Sommer 2021.


"Ich weiß, dass so ein Karriereende richtig schmerzen würde. Aber solange ich das Gefühl habe, dass ich das auch in Bezug auf die Zeit danach verantworten kann, mache ich das mit. Dafür liebe ich dieses Spiel zu sehr. Die zwei Jahre möchte ich auf jeden Fall durchziehen", führt er weiter aus.

Lars Bender

Oft schon musste Lars Bender (r.) den Platz vorzeitig aufgrund Verletzungen verlassen


Die schwerste Zeit seiner Karriere beschreibt er mit der Knöchelverletzung, welche er im Herbst 2015 erlitt. "Zweieinhalb furchtbare Jahre" seien dies gewesen. "Da wusste ich nicht mehr, wie ich rauskomme." So habe er die Geduld verloren und versucht, es zu erzwingen. Mit dem Endergebnis, dass er die Geschichte eher verschlimmert hatte. Er sei über "Schmerzgrenzen" gegangen. Bei den Olympischen Spielen im Sommer 2016 meldete sich die Knöchelverletzung schließlich erneut verstärkt.


"Die habe ich bis November durchgeschleppt. Dann habe ich gedacht: Das kann doch kein Dauerzustand sein. Als die zweite Operation anstand, wusste ich nicht, ob das nochmal gutgeht." Am Ende verpasste er die halbe Saison aufgrund der Sprunggelenksverletzung, der erneute Eingriff aber verlief gut. So fiel er nach der erneuten OP gerade mal 14 Tage aus. Bis zum Ende der Saison 2016/17 beutelten ihn aber viele weitere Verletzungen, so dass er in jener Spielzeit gerade mal auf neun Einsätze in der Bundesliga und drei Spiele in der ​Champions League kam.


Für den 19-maligen Nationalspieler des DFB könnte ein Karriereende auch einer Erlösung gleichkommen. Viel wird auch davon abhängen, wie er durch die nächste Spielzeit kommen wird. Aktuell ist er mal wieder verletzungsfrei. Wie schnell dies bei einem Bender aber gehen kann, weiß er nur allzu genau.