​Mit ​Christian Pulisic hat der ​BVB in dieser Transferperiode das Aushängeschild des US-amerikanischen Fußballs an den FC Chelsea abgegeben. Ziemlich unpraktisch, wenn man bedenkt, dass die Borussen in der Vorbereitung ausgerechnet ​durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten tingelten. Zum Glück gibt es da aber noch U19-Talent Giovanni Reyna, der nicht nur aus marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten für die Schwarz-Gelben ein echter Coup werden könnte.


Wie so ziemlich jeder Verein nutzen auch die Dortmunder die Saisonvorbereitung, um ein paar Jugendspielern die Chance einzuräumen, bei ihrem Cheftrainer Lucien Favre vorzuspielen. Neben Immanuel Pherai, der ebenfalls eigentlich in der U19 der Borussen aktiv ist, kann daher auch der US-Boy derzeit sein Können unter Beweis stellen. 


Der 16-Jährige, der ​erst Anfang Juli von seinem Ausbildungsklub New York City FC Academy losgeeist wurde, hinterließ dabei bereits einen bleibenden Eindruck.

Christian Pulisic

Christian Pulisic hatte sich beim BVB zu einem echten Superstar entwickelt



So durfte der Sohn des ehemaligen Bundesliga-Profis Claudio Reyna auch bei den beiden Testspielen gegen die Seattle Sounders und den FC Liverpool ran. Vor allem das Spiel gegen die Reds dürfte der Youngster dabei nicht so schnell vergessen. Doch obwohl sich sowohl in den eigenen Reihen, als auch in der Elf des prominenten Gegners zahlreiche internationale Topstars die Klinke in die Hand geben, wirkte der Teenager keineswegs deplatziert, sondern zeigte sich demonstrativ selbstbewusst.


Lob von allen Seiten für Reyna


Diese Einstellung imponiert auch seinen Mitspielern und so geriet BVB-Torhüter Roman Bürki gegenüber dem kicker regelrecht ins Schwärmen. "Gio ist körperlich schon sehr weit. Man merkt nicht, dass er erst 16 Jahre alt ist. Er spielt sehr robust. Und er weiß, worum es geht", so der sichtlich beeindruckte Schweizer. 


Noch mehr freuen dürfte sich Reyna jedoch über das äußerst positive Zwischenzeugnis, dass ihm von ​Coach Lucien Favre ausgestellt wurde: "Gio ist bereits sehr gut, er hat einen starken ersten Eindruck hinterlassen. Er hat auch keine Schwierigkeiten mit der Art, wie wir Fußball spielen wollen."


Kehl will Reyna "langsam und behutsam aufbauen"


Neben seiner körperlichen Präsenz kann der Rechtsfuß auch eine gute Dynamik vorweisen und besticht mit einer schnellen Auffassungsgabe sowie einer gekonnten Ballbehandlung. Der Vergleich mit seinem großen Vorbild Christian Pulisic liegt daher quasi auf der Hand, zumal es sich auch bei dem 20-Jährigen um einen sehr frühreifen Profi handelte. Dennoch sollte man Reyna nicht zu viel Druck aufladen und ihn nicht gleich in einem Atemzug mit einem Spieler nennen, der jüngst für 60 Millionen Euro über die Ladentheke gegangen ist.


Auch Sebastian Kehl, seines Zeichens Lizenzspielleiter beim BVB, weiß um diese Gefahr und betonte daher gegenüber der Fachzeitschrift, dass man Reyna, wie zuvor auch Pulisic, "langsam und behutsam aufbauen" werde. Nach seiner Stippvisite bei den Profis wird der offensive Mittelfeldspieler daher erst einmal in der U19 die Eingliederung in den deutschen Fußball weiter fortsetzen. Leistungsschwankungen, wie sie bei jedem Spieler seiner Altersklasse vorkommen, sind dabei selbstverständlich einkalkuliert.