Als Co-Trainer von Marco Rose heuerte René Maric gemeinsam mit den übrigen Assistenztrainern des 42-Jährigen in diesem Sommer bei Borussia Mönchengladbach an. Der 26-Jährige hat einen ungewöhnlichen Werdegang vorzuweisen, der beweist, dass man auch auf unkonventionellem Wege eine beachtliche Laufbahn einschlagen kann.


Den Traum von einer Profi-Laufbahn musste Maric, der sich selbst als "leidenschaftlicher Fußballer" beschreibt, früh aufgeben, wie er im Gespräch mit borussia.de erklärte. Aufgrund mehrerer Verletzungen habe er sich auf den Amateurbereich beschränken müssen, weshalb er sich den Profis von außerhalb widmete: "Ich habe mir die Spieler angeschaut, die ich mag, und habe mich gefragt: Wieso sind die eigentlich gut?"

Zu Beginn seiner Trainerkarriere betreute er die U11 des TSU Handenberg, fünf Jahre später war er bereits im Herrenbereich aktiv. Der entscheidende Durchbruch gelang ihm jedoch während seines Psychologiestudiums, als er nebenbei unter anderem als Scout arbeitete und als Autor des Taktik-Blogs 
spielverlagerung.de unter anderem Thomas Tuchel auf sich aufmerksam machte. "Es war der perfekte Nebenjob für einen Studenten, der fußball-interessiert ist", sagt Maric, der in dieser Zeit Aufträge aus aller Welt erhalten habe.


Mit der Zeit baute er sich ein Netzwerk auf und kam mit Marco Rose in Kontakt, als dieser die U18-Mannschaft von RB Salzburg trainierte. Ein halbes Jahr lang tauschten sich beide regelmäßig über "Erfolgsfaktoren und Prinzipien" aus, da Rose in der Nachwuchsabteilung des österreichischen Serienmeisters einen beeindruckenden Start hinlegte. "Wir haben auch Champions-League-Spiele zusammengeschaut. Marco hat mich dann hier und da auch mal nach meiner Meinung gefragt, wie ich kommende Gegner von ihm bespielen würde", erinnert sich Maric, der daraufhin von Rose gefragt wurde, ob er dessen Trainerstab angehören wolle.

Marco Rose

  Marco Rose war von René Maric so sehr beeindruckt, dass er ihn nach sechs Monaten in seinen Trainerstab aufnahm



​Seit mittlerweile drei Jahren arbeitet er gemeinsam an der Seite des 42-Jährigen, vor zwei Jahren komplettierte Alexander Zickler das heutige Trio. Auf dem Platz verläuft die Arbeit harmonisch: "Es gibt bei uns keine rigide Aufteilung. Jeder hat seine Spezialitäten, sowohl auf dem Trainingsplatz als auch außerhalb des Platzes." Sein Schwerpunkt liege auf dem Spiel mit dem Ball, bei dem Maric den Spielern so viele Freiheiten wie möglich gewähren will: "Spieler finden, wenn sie Freiheiten haben, in der Situation Lösungen, die wir als Trainer gar nicht auf dem Schirm hatten, die man nicht am Reißbrett nach Schema F planen kann", erklärt der 26-Jährige, der eindrucksvoll beweist: Man muss nicht auf hohem Niveau gespielt haben, um Fußball zu verstehen.