​Seit gestern ist es mehr oder weniger offiziell: Claudio Pizarro geht in sein letztes Profi-Jahr. Eine abschließende Saison wird es für Pizarro und den ​SV Werder Bremen also noch geben, danach wird Schluss sein. Was das für Werder bedeutet, ist klar: eine große, wenn nicht die größte Legende wird den Verein endgültig verlassen. Doch nach 24 Jahren im Fußball-Geschäft, hat sich Pizarro den Ruhestand redlich verdient.


Momentan steht für Werder die Saisonvorbereitung im Vordergrund, doch gestern wurde es während der Pressekonferenz auch ziemlich sentimental. Denn der nun 40-jährige Peruaner Claudio Pizarro verkündete sein Karriereende nach der kommenden Saison. Damit sorgte er bei den eigenen Fans natürlich für einen kleinen Schock, der im Blick auf die Gesamtsituation allerdings nur logisch ist.

Claudio PIZARRO/HERTHA - SV WERDER

Bereits 1999 spielte der jugendliche Pizarro in Bremen



Denn im nächsten Sommer hätte Pizarro ganze 24 Jahre Profi-Fußball auf dem Buckel, nur ganz wenige Oldies waren in seinem Alter überhaupt noch aktiv. Trotzdem mussten die Werderaner erst einmal schlucken, denn irgendwie hatte Pizarro doch diesen einen Status. Keiner glaubte bei dem Peruaner so recht an ein Karriereende.


Wie sich der Ausnahme-Stürmer diesen Ruf erarbeitet hat, ist ganz klar. Natürlich spielte Pizarro auch bei anderen Stationen, wie etwa dem ​FC Chelsea oder ​Bayern München. Doch Bremen ist trotzdem noch einmal herausragend, immerhin nahmen ihn die Werderaner ganze vier Mal unter Vertrag. Ganze neun Spielzeiten absolvierte er in Bremen schon, so kam er auf phänomenale 301 Pflichtspiele. 


Pizarros Statistiken für Werder

SpieleToreVorlagenTitel
​301​151​53​1x DFB-Pokal

Im Schnitt kam Pizarro bei Werder auf zwei Torbeteiligungen in drei Spielen. Damit avancierte er unter anderem auch zum erfolgreichsten Angreifer der Vereins-Geschichte. Doch nicht nur seine über die Jahre starken Leistungen waren ausschlaggebend für den legendären Status, ihn machte diese ganz besondere Nähe zu den Fans aus. Bei Werder war er seit dem ersten Tag ein wahrer Publikumsliebling, der sich nie einen Fehltritt erlaubte.

Der Strahle-Mann aus Südamerika wurde in Bremen gut aufgenommen und versetzte den SVW mit jedem neuen Vertragsjahr in einen Freudentaumel. Seine Mitspieler macht er besser, den talentierten Youngstern konnte er mit seiner Erfahrung enorm helfen. Vor allem in den letzten Jahren bei Bremen wurde sein Wert für die Mannschaft noch einmal größer. Trotz der Joker-Rolle zählte er weiterhin zu den Spielern, die im entscheidenden Moment nicht aufzuhalten waren.

Seine Vorbild-Funktion war stets eine seiner größten Stärken, von Skandalen oder einem schlechten Ruf war er in Bremen immer weit weg. Für die Fans war er Hoffnungsbringer in schlechten Zeiten und der Mann für die Heldentaten in Guten. So wie schon vor über zwanzig Jahren bei einem der Wunder von der Weser gegen Olympique Lyon. Dieses anziehende Gefühl rund um den 40-Jährigen ist auch für seine Mitspieler bemerkbar.

​​Pizarro ist in Bremen also schon so etwas wie eine Institution. Seit Jahren wird sein Name in Bremen mit viel Magie verknüpft, was der Oldie auch Woche für Woche bestätigt. Bisher gab es für den so erfahrenen Angreifer keine Grenze, die er nicht überschreiten konnte. Einzig das Alter macht ihm so langsam einen Strich durch die Rechnung. Doch man wird sich noch lange an diesen so besonderen Künstler erinnern.


Ein Kapitel bekommt die große Geschichte um Pizarro und Bremen also noch, in etwas weniger als einem Jahr wird dann aller Voraussicht nach aber das Schlusswort geschrieben sein. Sollte der Peruaner auf große Überraschungen verzichten, gilt es für alle Beteiligten die letzte gemeinsame Saison zu genießen und weiterhin für viele Erfolge zu sorgen. Doch schon lange ist klar: Werder Bremen wird es niemals ohne Pizarro geben. In diesem Verein wird er nach seinem letzten Tanz einen noch größeren Status erreichen.