Noch wenige Tage vor der Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart am vergangenen Sonntag ​mahnte Wolfgang Dietrich vor seiner Abwahl als Klubpräsident, doch nach dem chaotischen Ende inklusive Abbruch trat der 70-Jährige ​freiwillig von seinem Amt zurück. Die Nachfolge ist offen, mit Matthias Klopfer kündigte nun der erste Kandidat seine Bewerbung an.


Dies bestätigte der Oberbürgermeister der Stadt Schorndorf gegenüber der ​Waiblinger Kreiszeitung sowie den Stuttgarter Nachrichten. "Wenn man in der öffentlichen Wahrnehmung so tief im Keller ist wie der VfB derzeit, braucht es einen Teamplayer an der Spitze. Wenn es mal knirscht, gilt es, gemeinsam einen Konsens zu finden", wird Klopfer zitiert.

Der 51-Jährige habe gelernt, "Menschen miteinander zu verbinden und sich selbst auch mal zurückzunehmen. Als Oberbürgermeister arbeite ich für das Gemeinwohl"; beim VfB wolle er dementsprechend "für das Vereinswohl arbeiten". 


​Klopfer, der zusätzlich als Aufsichtsratsvorsitzender der Schorndorf GmbH tätig und in zahlreichen Stiftungen aktiv ist, wolle sein Bürgermeisteramt jedoch nicht für den VfB Stuttgart aufgeben: "Ich habe mich entschieden, beides gleichzeitig zu machen. Aktuell würde ich meine Unabhängigkeit als direkt gewählter Bürgermeister nicht aufgeben."

​Diese Entscheidung habe er für sich persönlich nach dem verkündeten Rücktritt von Dietrich getroffen, bereits seit längerem wolle er sich stärker im Sport engagieren, der VfB wäre eine Herzensangelegenheit für ihn. "
Ich kriege heute noch glänzende Augen, wenn ich daran denke, wie mich mein Vater in den 1970er-Jahren ins Stadion mitgenommen hat", so Klopfer, der eigenen Aussagen zufolge seit einigen Jahren Vereinsmitglied ist. 


Nachdem die Mitgliederversammlung am Sonntag abgebrochen wurde, da das WLAN in der Mercedes-Benz-Arena nicht funktionierte und die Mitglieder somit nicht über die Zukunft von Präsident Dietrich abstimmen konnten, gab dieser nur einen Tag später via Facebook seinen Rücktritt bekannt.