Auf dem Transfermarkt ist viel Geduld gefragt. Richtig ins Rollen kommen die Verantwortlichen mancher Klubs erst dann, wenn der erste namhafte Spieler seinen Verein gewechselt hat und somit lawinenartig weitere Transfers auslöst. Der FC Bayern hofft auf solch einen Dominoeffekt, doch auch in Italien steht eine derartige Verkettung von Transfers bevor. Fraglich ist laut Gazzetta dello Sport nur, wann das Stürmer-Beben in der Serie A losgeht.


Im Blickpunkt stehen demnach Mauro Icardi, Gonzalo Higuain und Edin Dzeko. Icardi spielt in den Planungen von Inter Mailand keine Rolle mehr, ​soll den Klub nach sechs Jahren verlassen. Nutznießer des Rosenkrieges zwischen dem argentinischen Angreifer, dessen Frau und Beraterin Wanda Nara sowie den Verantwortlichen der Nerazzurri ist dem Vernehmen nach ​Juventus Turin. Der italienische Serienmeister, der aller Voraussicht nach auch ​Matthijs de Ligt verpflichten wird, ​soll sich mit Icardi bereits auf einen Transfer geeinigt haben

​Dieser Transfer bringt automatisch einen weiteren großen Namen auf den Markt: Gonzalo Higuain. Der 31-Jährige verbrachte die abgelaufene Spielzeit beim AC Mailand und dem FC Chelsea, wurde von den Londonern trotz bestehender Kaufoption nicht verpflichtet und wird mit der AS Rom in Verbindung gebracht. Bruder und Berater Nicola erklärte jedoch vor wenigen Wochen via Twitter: "Higuaín wird in Italien nur für Juventus spielen. Sein Vertrag ist noch zwei Jahre gültig und diesen wird er respektieren."

Zuletzt wurde Higuain auch mit West Ham United in Verbindung gebracht, allerdings entschied sich der Klub für Sebastien Haller von Eintracht Frankfurt. In Turin dürfte er keine Chance bei einer Verpflichtung von Icardi besitzen, ein Verbleib in Italien ist nach seiner erfolgreichen Zeit beim SSC Neapel sowie zu Beginn in Turin durchaus vorstellbar.


Sollte die Roma tatsächlich zuschlagen, würde dies einen Abgang von Edin Dzeko ermöglichen. Der Bosnier spielt seit drei Jahren in der ewigen Stadt, wurde in der Vergangenheit aber immer wieder mit einem Wechsel in Verbindung gebracht - unter anderem stand vor anderthalb Jahren ein Wechsel zum FC Chelsea im Raum. Bei Inter könnte er in die Fußstapfen von Mauro Icardi treten, allerdings bevorzugt Trainer Antonio Conte offenbar ​Romelu Lukaku von ​Manchester United. Wie kürzlich berichtet wurde, sollen erste Gespräche mit den Verantwortlichen von Manchester United geführt worden sein, nähere Informationen sind noch nicht bekannt.  


Klar ist: Sollte Icardi bei Juve unterzeichnen, hätte Higuain endgültig keine Zukunft mehr. Wie schwer die dadurch ausgelöste Transferlawine wirklich wird, lässt sich jedoch nur beantworten, wenn klar ist, wohin der Angreifer wechselt. Sollte er einen Transfer innerhalb Italiens ausschließen, würde Dzeko wohl in Rom bleiben - und Inter stattdessen auf Lukaku zurückgreifen.