Mit dem neuen Trainer Marco Rose gibt es bei ​Borussia Mönchengladbach nicht nur eine neue Ausrichtung, auch die Konkurrenzkämpfe werden neu entfacht. Alte Spieler müssen sich neu beweisen, neue Akteure wollen zeigen, was sie drauf haben. Damit sind viele Postionen bei den Fohlen neu zu vergeben und jeder muss sich voll reinhängen. Das schürt den Konkurrenzkampf auf einigen Positionen besonders.


Mit dem neuen Trainer kommt auch ein neues System. Nachdem das 4-3-3 vor allem in der Hinrunde hervorragend funktionierte und sogar einige Spieler in völlig neue Leistungssphären katapultierte, wird Marco Rose wieder auf ein 4-4-2 setzen. Allerdings nicht mit der Favreschen Doppelsechs, die in Gladbach lange Zeit alternativlos war, sondern mit Raute.


Die Außenverteidigung bekommt frischen Wind


In der Abwehr wird sich daher nicht viel ändern. Die Innenverteidigung mit Nico Elvedi und Weltmeister Matthias Ginter ist gesetzt. Spannender wird es da eher, was auf den Außenpositionen passiert. Dort kam mit Stefan Lainer für die rechte Seite bereits ein Wunschspieler Roses, den er bereits aus Salzburg kennt. Ein Abgang von Michael Lang von der Borussia nach nur einem Jahr wurde bereits lang und breit diskutiert, der Schweizer aber schlug einen Wechsel vorerst aus. Ob es bis zum 2. September auch dabei bleibt, ist nicht gesichert. Mit Jordan Beyer gibt es für die rechte defensive Seite zudem noch ein aufstrebendes Talent.

RB Salzburg v SKN St. Poelten  - Tipico Bundesliga

Über Stefan Lainer sagte Marco Rose, er sei ein "Mentalitätsmonster"


Auf links fehlt dieser Konkurrenzkampf leider. Dort ist mit Oscar Wendt aktuell nur eine sinnvolle Option im Kader. Auch, weil Andreas Poulsen wohl nach wie vor nicht so weit ist, den alten Schweden von seinem Platz verdrängen zu können. Gut möglich, dass Malang Sarr mit seiner Ankunft auch hier den Konkurrenzkampf neu ausruft. Dann dürfte es auch für Wendt wieder mehr zu zeigen geben.


In der Innenverteidigung dürften die Rollen hingegen klar verteilt sein. Nico Elvedi und Matthias Ginter sind das Duo, was bereits in der abgelaufenen Saison gemeinsam die Zentrale bildete. Daran dürfte sich auch unter Rose nichts ändern. Somit wird Tony Jantschke erst mal kleine Brötchen backen müssen. Beim Vorbereitungsturnier in Heimstetten bot der Trainer sogar überraschend Christoph Kramer gegen Augsburg 45 Minuten lang in der Innenverteidigung auf. Ob dies ein Modell für die Zukunft ist, bleibt abzuwarten.


Im Mittelfeld gibt es viele Kandidaten für wenig Positionen


Den wohl größten Konkurrenzkampf gibt es im Mittelfeld. Vor allem in der Zentrale hat Marco Rose ein breites Überangebot an Akteuren, die auf verschiedenen Positionen zum Zug kommen können. Auf der Sechs sind beispielsweise Christoph Kramer, Tobias Strobl, Denis Zakaria und Florian Neuhaus denkbare Alternativen. Michael Cuisance und Laszlo Benes stehen wohl etwas hinten dran, haben aber ebenso Chancen, den Trainer von sich zu überzeugen.


Auf den Achterpositionen durften sich bislang vor allem die Nachwuchsspieler wie Keanen Bennetts beweisen. Auch wenn sie ihren Job durchaus gut gemacht haben, dürfte es eher auf Spieler der Marke Jonas Hofmann hinauslaufen. Sowieso sind die Positionen eher zentral anzusehen, als dass die Außenbahn strikt beackert werden soll. Somit wäre auch ein Mittelfeld denkbar, welches Kramer auf der Sechs, Hofmann und Neuhaus auf den beiden Halbpositionen und einen Raffael auf der Zehn sieht. Ein durchaus spannendes Experiment.

Raffael,Michael Cuisance

Der Kampf um die Position hinter den Spitzen ist die spannendste Frage bei den Fohlen


Zumal auch die Zehnerposition, welche schon durch ihre Erwähnung ein gewisses Flair entfacht, ebenfalls heiß umkämpft ist. Sowohl Jonas Hofmann, als auch Raffael, sowie auch Lars Stindl, Florian Neuhaus und Michael Cuisance haben allesamt Anlagen, die sie für die Position qualifiziert. Für wen sich Rose am Ende entscheidet, ist noch lange nicht absehbar. Die vielen Alternativen aber dürften den Kampf um die Zehn entsprechend anheizen.


Wer wird der neue Sturmpartner von Alassane Plea?


Ganz vorne dürfte sich die Frage stellen, wer sich als bester Sturmpartner für den Franzosen eignet. ​Patrick Herrmann bekam bereits mitgeteilt, dass man ihn eher für eine Position im Sturm vorsieht, als auf der rechten Außenbahn. Auch getestet wurde er bereits im Spiel gegen den 1. FC Mönchengladbach, dort aber nur mit mäßigem Erfolg. Während Plea nämlich mit einem Dreierpack beim 8:0 glänzte, ging "Flaco" trotz bester Chancen leer aus. Was aber nichts heißen mag.


Wirklich angefacht wird der Konkurrenzkampf in vorderster Front sowieso erst dann, wenn Marcus Thuram endlich in Gladbach aufschlägt und der Vertrag unterschrieben ist. Der junge Franzose soll ebenfalls für die Offensive geholt werden und den Arrivierten Beine machen. Neben Patrick Herrmann hat mit die größten Chancen als Sturmpartner von Plea wohl Kapitän Lars Stindl. Der 30-Jährige laboriert aber nach wie vor an den Folgen eines Wadenbeinbruchs, den er sich im Frühjahr zugezogen hatte.

Breel Embolo

Wird Breel Embolo der neue Sturmpartner von Alassane Plea?


Und dann wäre da natürlich noch Breel Embolo, der eigens für diese Position verpflichtet wurde, aber ebenfalls noch angeschlagen ist. Kürzlich konnte er immerhin ins Mannschaftstraining einsteigen. Sollte er fit bleiben und die restliche Vorbereitung entsprechend absolvieren können, hat auch er große Chancen, zu Saisonbeginn gegen den FC Schalke 04 neben Plea auf dem Platz zu stehen.


Damit steht fest, dass einzig die Plätze in der Innenverteidigung halbwegs sicher vergeben sind. Bei allen anderen Positionen brennt der Konkurrenzkampf. Und mit möglichen Neuverpflichtungen dürfte dieser zusätzlich angeheizt sein. Damit geht schon mal ein Plan von Max Eberl entsprechend auf. Die Spieler aus der Komfortzone holen, die Wohlfühloase Mönchengladbach wieder in einen Ort verwandeln, wo die Spieler sich stets neu beweisen müssen. Durch den Trainerwechsel ist das schon mal aufgegangen.