​Durch den Verkauf von Luka Jovic ist ​Eintracht Frankfurt in diesem Sommer zu einem echten Big-Player auf dem Transfermarkt geworden. Das pralle Portemonnaie der Adler ist selbstverständlich auch der internationalen Konkurrenz nicht entgangen und so sollen die Frankfurter nun ihrerseits für einen Neuzugang ganz tief in die Geldschatulle greifen müssen.


Wie die Gazzetta dello Sport in Erfahrung gebracht haben will, steht der Halbfinalist der vergangenen Europa-League-Saison unmittelbar vor der Verpflichtung des Mittelfeldspielers ​Marko Rog. Dem Bericht zufolge werde der 23-jährige Kroate "aller Voraussicht nach in Kürze" von seinem bisherigen Arbeitgeber SSC Neapel an den Main transferiert. Zwar hat die Eintracht in diesem Transfersommer mit Djibril Sow und Dominik Kohr bereits zwei neue zentrale Mittelfeldspieler ins Boot geholt, eine weitere Verstärkung für die bisherige Achillesferse der Hessen klingt aber prinzipiell nicht komplett abwegig.

FBL-ITA-EUR-C1-NAPOLI-SHAKTAR-DONETSK

In Neapel konnte sich Rog noch nicht vollends durchsetzen



Zweifel an der Seriosität der Transferneuigkeit kommen jedoch spätestens dann auf, wenn man sich das Volumen des angeblich angedachten Deals vor Augen führt. So ist in dem Bericht die Rede davon, dass die Frankfurter für den 16-fachen kroatischen Nationalspieler sage und schreibe 20 Millionen Euro auf den Tisch legen wollen und den Mittelfeldakteur somit zum mit Abstand teuersten Transfer der Vereinsgeschichte machen würden. Nur zum Vergleich: Bisheriger Rekordhalter ist eben der bereits erwähnte Sommerneuzugang Djibril Sow. Für den Schweizer, ehemals in Diensten der BSC Young Boys, wurde mit neun Millionen Euro aber nicht einmal die Hälfte der kolportierten Rog-Summe fällig.


Rog-Transfer zu abwegig?


Auch in Kreisen der Eintracht-Fans wird den Gerüchten rund um den Napoli-Profi daher - Stand jetzt - wenig Gehör geschenkt, zumal sich Sportvorstand Fredi Bobic bislang in seiner Amtszeit bei den Hessen nicht gerade als spendierfreudiger Manager präsentiert hat. Vielmehr erscheint die Meldung fast schon von Seiten des SSC Neapel initiiert zu sein. Schließlich ist längst bekannt, dass die Kaderplaner des italienischen Spitzenklubs ihrerseits ​ein Auge auf James Rodriguez von Real Madrid geworfen haben. 


Da der ehemalige Leihspieler des FC Bayern München aber wohl nicht für weniger als 40 Millionen Euro verpflichtet werden könnte, müssen die Italiener noch eifrig Transfereinnahmen generieren. Ein Verkauf von Rog für eine, angesichts seiner bisher erbrachten Leistungen, nahezu unmoralische Summe käme da sehr gelegen. Talentiert ist der Rechtsfuß zwar zweifelsohne, nicht zufällig wurde er von Napoli in der vergangenen Saison aber an den FC Sevilla ausgeliehen. 


Dass die Personalie Rog überhaupt noch einmal im Umfeld der Frankfurter aufgekocht ist, dürfte mit Sicherheit auch daran liegen, dass sich Sow erst unlängst einen Sehneneinriss im rechten Oberschenkel zugezogen hat und ​wohl bis zu zehn Wochen ausfallen wird. Darüberhinaus ist noch immer unklar, ob sich die Adler mit dem BVB auf eine ​feste Verpflichtung des zuletzt ausgeliehen Sebastian Rode einigen können.