​Für viele Fans ist Max Eberl völlig zu Recht der Architekt der neuen Borussia. Seit Oktober 2008 schon leitet er die Geschicke von ​Borussia Mönchengladbach als Sportdirektor und führte den Klub nicht nur wieder nach Europa, sondern verhalf ihm auch zur ersten Teilnahme an der Champions League in seiner langen Historie. Doch nicht alle Transferentscheidungen waren von Glück geprägt. Wir zeigen euch, welche Fehlgriffe er und seine Vorgänger in der langen Vereinshistorie in den Sommerpausen tätigten.


Michael Lang

Der Schweizer ist das jüngste Beispiel, wo man wohl nicht so ganz richtig lag. Allerdings darf man dies bei einer Ablösesumme von gerade mal 2,8 Millionen Euro absolut nicht überbewerten. Der 28-jährige Rechtsverteidiger scheint lediglich die Anforderungen nicht voll zu erfüllen, weshalb der neue Trainer Marco Rose mit Stefan Lainer gleich mal eine Kurskorrektur vornahm. Für Lang könnte das Kapitel Fohlenelf damit bereits nach einem Jahr wieder vorbei sein.

Borussia Moenchengladbach v FC Bayern Muenchen - Bundesliga


Vincenzo Grifo

Der Deutsch-Italiener wechselte im Sommer 2017 vom ​SC Freiburg für sechs Millionen Euro an den Niederrhein. Von ihm versprach man sich strategische Impulse, auch seine Standards waren gefürchtet. Doch es kam anders. Grifo fand sich sehr zur Überraschung aller mehr auf der Bank als auf dem Feld wieder. Nach nur einem Jahr wurde auch hier bereits die Bremse gezogen und der Mittelfeldmann wechselte nach Hoffenheim zur TSG.

Vincenzo Grifo


Josip Drmic

Der Stürmer war lange Zeit absoluter Wunschkandidat Eberls. Nachdem sich der Schweizer aber erst gegen ein Engagement am Niederrhein und für Bayer Leverkusen entschied, ging der Wechsel mit einiger Verspätung schließlich doch noch über die Bühne. So bezahlte Eberl zehn Millionen Euro an die Werkself. Ein Preis, den Drmic zu keiner Zeit rechtfertigen konnte. Nachdem sein Vertrag nun ausgelaufen war, ist Drmic ablösefrei von dannen gezogen.

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Luuk de Jong

Noch prominenter in der jüngeren Vergangenheit dürfte nur Luuk de Jong sein. Der Niederländer kam für stolze zwölf Millionen Euro von Twente Enschede nach Gladbach und sollte die neue Sturmhoffnung sein. Im System des damaligen Trainers Lucien Favre aber fand sich kein vernünftiger Platz für den Strafraumstürmer, weshalb der Niederländer erst verliehen, anschließend wieder in seine niederländische Heimat verkauft wurde. Insgesamt blieb ein durchwachsener Eindruck.

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Peniel Mlapa

Im selben Sommer wurde auch Peniel Mlapa verpflichtet. Er galt damals als großes Talent im Sommer 2012. Die 2,5 Millionen Euro waren aber im Vergleich zu de Jong eher zu verschmerzen. Doch Mlapa konnte sein Talent nie wirklich ausspielen. Inzwischen ist der ehemalige U21-Stürmer nach Engagements in Bochum, Dresden und Venlo beim arabischen Al Ittihad Kalba Sports Club gelandet.

Peniel Mlapa


Yuki Otsu

Der Japaner kostete zwar lediglich 400.000 Euro, war damit aber im Sommer 2011 der drittteuerste Neueinkauf hinter Lukas Rupp und Matthias Zimmermann. Seinerzeit erhoffte man sich vom Japaner Schwung auf den offensiven Außenbahnen. Doch die Erwartungen konnte der heute 29-Jährige nie erfüllen. Nach vier Auftritten in der ersten Mannschaft und neun weiteren in der zweiten Mannschaft verließ er den Verein bereits nach einem Jahr wieder.

Yuki Otsu

Marcel Meeuwis

In einem Sommer, wo Juan Arango, Marco Reus und Raul Bobadilla geholt wurden, war der niederländische Mittelfeldmann mit einem Preis von 1,7 Millionen Euro die negative Ausnahme des guten Transfersommers. Meeuwis sollte das defensive Mittelfeld im Sommer 2009 verstärken. Schnell aber stellte sich heraus, dass er den Anforderungen keinesfalls gewachsen war. Nach anderthalb Jahren und 20 Bundesligaspielen war es dann auch wieder genug. Meeuwis ging erst leihweise nach Feyenoord, anschließend wechselte er ablösefrei nach Venlo.

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Logan Bailly

Dass der belgische Keeper einen dicken Rucksack persönlicher und psychischer Probleme mitbringen würde, konnte in dem Maße niemand ahnen. Als großes Talent wechselte der Schlussmann im Sommer 2008 für 2,5 Millionen Euro nach Gladbach. Nach und nach aber zeigte er immer schlechtere Leistungen und wurde nach einem sagenhaften Eigentor gegen Kaiserslautern, als er sich eine Ecke ins eigene Gehäuse faustete, erlöst von einem gewissen Marc-Andre ter Stegen.

Logan Bailly


Federico Insua

Der Argentinier war im Sommer 2006 die große Hoffnung auf mehr Kreativität und schönerem Spiel beim VfL. Für die damalige Rekordsumme von 4,5 Millionen Euro wurde der Mittelfeldspieler vom Vorgänger Eberls Peter Pander nach Gladbach gelotst. Nach 32 Spielen mit zwei Treffern und zwei Vorlagen zog er aber nach einem Jahr bereits weiter nach Mexiko. Immerhin bekam man mit einer Ablöse von 4,2 Millionen Euro den meisten Teil des Investments wieder rein.

Federico Insua,Vratislav Gresko


Wesley Sonck

Einen Sommer zuvor wechselte mit Wesley Sonck für 2,5 Millionen Euro eines der angesagtesten Sturmtalente aus Belgien nach Gladbach. Die Fans frohlockten und hatten bereits einen Nachfolger für den so oft vermissten Martin Dahlin gefunden. Sonck konnte die Erwartungen mit sechs Toren in 28 Spielen jedoch nie erfüllen und kehrte nach zwei Jahren schließlich nach Brügge zurück.

Wesley Sonck