Der Wahnsinn geht weiter - und Griezmann wird zum Zankapfel. Kurz nachdem der ​Wechsel des Stürmers zum FC Barcelona vermeldet wurde, gab Atletico Madrid bekannt, ​vor Gericht zu ziehen, um durch den Transfer weitere 80 Millionen​ Euro von ​Barca zu kassieren. Grund dafür ist die Annahme, dass der Transfer zwischen Spieler und Verein zu einem Zeitpunkt beschlossen wurde, als noch andere Vertragskonditionen galten. Atletico zeigt sich knallhart - und das ist gut so!


Dieser Transfer könnte glatt verfilmt werden. Die Causa Griezmann beinhaltet alles: Eine vorzeitige Vertragsverlängerung, eine Ausstiegsklausel, einen gewieften Zielverein, einen streikenden Spieler - einfach alles!

Aber zurück zum Transfer. Atletico geht davon aus, dass sich Barcelona und Griezmann bereits im März auf einen Transfer einigten. Damals galt noch eine Ausstiegsklausel von 200 Millionen Euro für den Franzosen. Barcelona wartete jedoch bekanntlich mit der Verpflichtung bis zum Juli, genauer gesagt bis heute. Grund dafür ist eine veränderte Vertragskondition. Ab dem 1. Juli sank die AK für Griezmann auf "nur" 120 Millionen Euro.


Die Verhandlungen um Griezmann werfen Fragen auf!


Falls sich Barca und Griezmann jedoch tatsächlich bereits im Frühjahr einig wurden, ist der Einwand von Atletico berechtigt, dass die Konditionen für den Wechsel neu ausgehandelt werden sollten. Somit wäre eine Ablöse von 200 Millionen Euro für den Spieler berechtigt. Die Colchoneros legen das Thema also nicht zu den Akten, sondern haken weiter nach.


Meiner Meinung nach ist dies genau der richtige Schritt. ​Bereits zuvor kritisierte ich das Verhältnis einiger Spieler mit verbindlichen Verträgen, nun gesellt sich der FC Barcelona als Verein zu den Akteuren in der rechtlichen Grauzone. An dem Vorwurf Atleticos kann tatsächlich etwas dran sein und falls ja, steht Barcelona am Ende ziemlich dumm da.


Allerdings musste dies irgendwann so weit kommen. Bereits seit einiger Zeit verhält sich der FC Barcelona bei Transfers äußert an der Grenze und geht zum Teil bis zum Äußersten. So ist etwa die Rolle des Vereins in der Schlammschlacht um Ousmane Dembele immer noch nicht klar. Vermutet wird, dass die Katalanen im Sommer 2017 am Streik des damaligen BVB-Spielers nicht ganz unbeteiligt waren.

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Welche Rolle spielte Barcelona im Poker um Dembele?


Atletico Madrid fordert nun erstmals den großen Rivalen öffentlich heraus. Das Ende der Debatte ist zwar offen - aktuell ist es noch zu früh für erste Prognosen - doch allein dass sich ein Verein traut, bei solch einer Transferhistorie nachzuhaken, ist ein starkes Zeichen. Das Verhalten Barcas in den Verhandlungen wirft einige Fragen auf, die unbedingt aufgeklärt werden müssen!


Das Ende des Prozesses könnte einen Präzedenzfall schaffen!


Dem Transferwahnsinn mit seinem hohen Ablösesummen, Ausstiegklauseln, Spielerbeteiligungen etc. muss endlich mal wieder seine Grenzen aufgezeigt werden. Atletico Madrid wagt den ersten Schritt, obwohl sie selber als "Big Player" in Europa gelten. Der Ausgang des Prozesses könnte Barcelona nicht nur finanziell und Image-mäßig schaden, vielmehr könnte er zukünftigen Transferverhandlungen als Rahmen dienen.