Das Abenteuer China war für Anthony Modeste wohl doch eher ein Rückschritt, als dass er seine Karriere damit nachhaltig anschieben konnte. Seit November letztes Jahres ist der Stürmer nun wieder zurück beim ​1. FC Köln und blickt damit wieder zuversichtlich in die Zukunft. Mit dem Effzeh hat er große Ziele und auch die Zeit nach der Karriere ist bereits in Planung.


Als Anthony Modeste im Sommer 2017 zunächst für eine Leihgebühr in Höhe von 5,7 Millionen Euro und anschließend ein Jahr später fest für die Ablöse in Höhe von 29 Millionen Euro nach China wechselte, brachte er dem 1. FC Köln zwar einen satten Transfererlös. Dem Verein aber fehlte der Torjäger mit seinen Qualitäten vor allem auf dem Platz, denn in der Saison 2016/17 erzielte er in der Bundesliga in 34 Spielen 25 Tore und schoss den Effzeh damit quasi im Alleingang ins internationale Geschäft.


Was er sich letztlich vom Wechsel nach China versprach, oder ob er tatsächlich nur aufs Geld schaute, darüber werden wir wohl nie etwas erfahren. In der Bild-Zeitung sprach er nun über diese Zeit und erklärte zur Frage, ob es zwei verschenkte Jahre waren: "Nein. Wir lernen doch immer und aus jeder Situation. Wenn ich in Zukunft eine schlechte Phase habe, denke ich daran zurück, dass ich das geschafft habe. Das gibt mir Kraft."


Zurückblicken aber möchte er nicht wirklich, dafür waren die vergangenen Monate zu schwerwiegend. Zunächst hatte er nach seiner Rückkehr kein gutes Verhältnis zu Ex-Coach Markus Anfang. Danach starb sein Vater, was er insgesamt als "ganz ganz schwere Zeit", sowohl privat als auch beruflich beschreibt.

Anthony Modeste

Anthony Modeste will mit dem 1. FC Köln hoch hinaus


Nun aber soll es wieder nach vorne gehen. Auch mit den Geißböcken. Aber das erste Ziel sei zunächst einmal der Klassenerhalt in der ​Bundesliga. "Das ist unser Ziel. Ein Sportler will natürlich immer das Beste. Aber man darf nie vergessen, wo man herkommt. Also lasst uns erstmal den Klassenerhalt erledigen."


Auch vom neuen Trainer Achim Beierlorzer hält Modeste viel. "Er hat schon etwas erreicht. Die Stimmung ist stark. Der Trainer ist sehr, sehr motiviert und positiv. Ich bin überzeugt von ihm. Aber natürlich zählt das alles erst, wenn die Liga startet." Wie wichtig eine positive Stimmung ist, erklärt er im Anschluss: "Eine positive Stimmung innerhalb einer Mannschaft kann ihr über schlechte Phasen hinweghelfen. 2016/17 war die Mannschaft nicht besser als jetzt. Die Stimmung war überragend und das tat allen gut. Ich werde darauf aufpassen, dass es so bleibt."


Sein größtes Ziel aber sei es, mit dem Verein noch mal international zu spielen. "Das war immer mein Wunsch. Es war schlimm für mich, dass ich das 2017 nicht miterleben konnte. Aber jetzt habe ich einen langfristigen Vertrag", so der Franzose. Und auch nach seinem Vertrag möchte er gerne in der Domstadt bleiben. Dafür hat er bereits einen Anschlussvertrag nach 2023 unterschrieben. Nach Möglichkeit als Sturmtrainer beim FC. "Wir Stürmer bekleiden eine spezielle Position, wie ein Torwart. Ich weiß, wie die Jungs ticken, wenn sie zehn Spiele nicht treffen, worauf es ankommt." In Köln vielleicht keine schlechte Idee, sich für einen Job ins Gespräch zu bringen.