Michael Cuisance hat bei ​Borussia Mönchengladbach eine enttäuschende vergangene Saison erlebt. Den Frust darüber kann man nachvollziehen, seine Reaktion darauf hingegen nicht. Ein Spieler, der so abgehoben scheint und wenig reflektiert, sollte besser aussortiert werden, bevor er das Klima vergiftet.


Michael Cuisance kokettiert mit einem Wechsel. Aufgrund der aus seiner Sicht enttäuschenden vergangenen Saison denkt der junge Franzose ​ernsthaft über einen Wechsel nach. Das ist vollkommen legitim und aus seiner Sicht ein Stück weit nachvollziehbar. Wer in der vergangenen Spielzeit gerade mal 268 Bundesligaminuten absolviert hat, kann kaum zufrieden sein.


Wer jedoch, wie Cuisance, offensichtlich auch viel dafür getan hat, nicht mehr Spielzeit zu bekommen, sollte sich zuallererst an die eigene Nase fassen. Denn wenn man sich die Auftritte des jungen Franzosen aus der ersten Jahreshälfte noch mal ins Gedächtnis ruft, wird man feststellen, dass es auch nicht unbedingt Argumente dafür gab, dem Teenager mehr Spielzeit einzuräumen.


Denn meist waren seine Kurzauftritte von Lustlosigkeit geprägt, dazu ein pomadiges Auftreten und Kabinettstückchen, die unpassend bis unangebracht waren. Reibungen gab es daher bereits schon seit einigen Monaten. Schließlich musste Manager Max Eberl das eine oder andere Machtwort sprechen und ihn antreiben, sich doch mal durchzubeißen.

Raffael,Michael Cuisance

Im ersten Test traf Michael Cuisance (l.) gegen den 1. FC Mönchengladbach. Aber wie lange bleibt er noch am Niederrhein?



Der Grund für den Frust dürfte vor allem darin liegen, dass Cuisance nach der Saison 2017/18 ziemlich gehyped wurde in Gladbach. So wurde er nach der damaligen Spielzeit zum Spieler der Saison gewählt. Ein Rucksack, an dem der erst 19-jährige Mittelfeldmann offensichtlich in der kompletten vergangenen Saison schwer zu tragen hatte.


Nicht nur, dass ihm diese Auszeichnung gehörig den Kopf verdreht hat, er dachte wohl auch, dass der Rest von selbst kommt und es einfach so weiter läuft, auch ohne große Anstrengung. In dem Fall aber hat er die Rechnung ohne die Verantwortlichen gemacht, die auf seine Entwicklung eben genau geschaut haben und ihm mehrfach klarmachen mussten, dass wieder mehr kommen muss.


Das aber ist offensichtlich nicht eingetreten. Sich dann aber hinzustellen und nun regelmäßige Einsätze zu fordern, oder mit einem Wechsel zu drohen, ist eigentlich ein sicheres Zeichen dafür, sich selbst ins Abseits zu befördern. Zumal neben der sportlichen Krise in den letzten zwölf Monaten auch einige persönliche für Cuisance unschöne Affären zusammen kamen, wie beispielsweise der Verlust des Führerscheins und das anschließende Autofahren ohne Fahrerlaubnis samt erwischt werden.


Es liegt also eher mehr im Argen beim jungen Franzosen, als nur der Fußball. Entweder setzt man dort an und versucht ihn wieder auf die richtige Bahn zu lenken, oder aber man strebt einen schnellen Wechsel an. Denn Spieler, die in jenem Alter nach einer solchen Vorgeschichte ernsthaft solche Ansprüche stellen, können nicht gut fürs Mannschaftsgefüge und die Kaderatmosphäre sein.

Mickael Cuisance,Fabian Lustenberger

In der vergangenen Saison fiel Cuisance vor allem durch phlegmatisches Verhalten auf



Zumal es für Cuisance aktuell eigentlich kein besseres Szenario gibt, als sich jetzt durchzubeißen, bzw. zu zeigen, was er kann. Denn mit Lars Stindl fällt ein Mittelfeldspieler, der eigentlich als gesetzt gilt, definitiv noch verletzt aus. Raffael ist langsam aber sicher im Herbst seiner Karriere angekommen und noch nicht hundertprozentig fit. Ibrahima Traore hat noch Urlaub wegen des Afrika Cups und auch Breel Embolo ist noch im Aufbau. Vier mögliche Konkurrenten, die schon mal wegfallen.


Hinzu kommen das neue System, der neue Trainer und damit ein neuer Konkurrenzkampf. Vorzeitig zum Training zu kommen und sich so bereits anzubieten, ist daher schon mal ein vernünftiger und ambitionierter Beginn. Sich nun allerdings hinzustellen und zu erklären, dass er ohne Stammplatz den Verein wechseln möchte, ist alles andere als geschickt. Stattdessen sollte er lieber dem Trainer die Argumente liefern, warum er aufgestellt werden sollte und so den Abstand zu den Konkurrenten entweder verringern oder gleich aufholen.


Unter diesen Gesichtspunkten aber muss man Max Eberl wohl eher dazu raten, Cuisance schnellstmöglich an den Meistbietenden zu verscheuern. Gute Talente gibt es auch anderswo und die sind vielleicht ein wenig geerdeter und weniger divenhaft. Ob ein Leihgeschäft eher Sinn ergibt, bliebe zu diskutieren. Und ob Cuisance selbst darauf Lust hat. Mit solch einer Einstellung und solchen Verlautbarungen aber macht er sich weder in der Mannschaft, noch bei den Fans echte Freunde.