​Ömer Toprak steht beim ​BVB vor dem Aus. Der 29-Jährige hat in der Innenverteidigung der Borussia keine Perspektive mehr und konnte auch sonst nicht die Erwartungen erfüllen, die man in Dortmund nach seiner Verpflichtung 2017 an ihn hatte. In den sozialen Medien wird Toprak nun regelrecht vom Hof gejagt, als kompletter Fehleinkauf bezeichnet und zum Teil auch hart beschimpft. Doch warum eigentlich?


Erstmal zur Causa Toprak: Der 27-malige Nationalspieler der Türkei kam im Sommer 2017 für zwölf Millionen Euro aus Leverkusen - durch eine Ausstiegklausel konnte man damals den Verteidiger günstiger als erwartet verpflichten. In Leverkusen war Toprak unumstrittener Stammspieler und Abwehrchef. Damals galt er als mit einer der besten Verteidiger der Liga.

Maximilian Arnold,Ömer Toprak

Entwickelte sich in Leverkusen zu einem der Besten: Ömer Toprak



Doch in Dortmund konnte Toprak nicht an seine guten Leistungen anknüpfen. Der Deutsch-Türke kommt gerade einmal auf 35 Ligaeinsätze in zwei Jahren. Vor allem in der abgelaufenen Saison waren die Dienste Topraks immer seltener gefragt. Diallo, Zagadou und allen voran Akanji liefen dem erfahrenen Spieler den Rang ab.


In Dortmund wird man Toprak im Falle eines Angebotes keine Steine in den Weg legen. Und auch der Spieler selbst scheint einem Wechsel nicht abgeneigt zu sein. Mit 29 Jahren besitzt Toprak die vielleicht letzte Chance, einen langfristigen Vertrag zu unterzeichnen. Bei den fehlenden Einsatzzeiten ist es nur verständlich, dass Toprak einen neuen Klub anstrebt.


Bei den Fans werden die Gerüchte um Toprak dankend angenommen. In den Kommentarspalten auf Facebook, Twitter und Co werden aktuelle Meldungen über Toprak begrüßt. Doch neben einigen fairen Kommentaren, in dem Toprak alles Gute gewünscht wird, wird der Spieler auch hart kritisiert und angegangen. 


Gründe? Fehlanzeige...


Ohne jetzt den Moralapostel spielen zu wollen, möchte ich zunächst dennoch anmerken, dass Beleidigungen, Anfeindungen und Sprüche unter der Gürtellinie weder in den Sozialen Medien noch sonst wo etwas zu suchen haben. Zwar ist Toprak auch bei mir etwas unten durch, nachdem er 2017 von meinem Herzensklub zum direkten Konkurrenten wechselte und auch ich sendete gedanklich ein paar böse Worte an den Spieler, aber im Grunde haben die BVB-Fans keinen Grund, um ihren Spieler vom Hof zu jagen.


Denn Toprak verhielt sich in Dortmund charakterlich einwandfrei und professionell. Der Verteidiger meckerte nie öffentlich über seine Rolle als Ersatzmann. Nie fiel ein böses Wort in Richtung Trainer oder Vorstand aufgrund seiner Einsatzzeiten. Zudem war die Ablöse für den Spieler nicht so hoch, als dass man Toprak als kompletten Fehleinkauf bezeichnen könnte. Auch sein Gehalt dürfte im Vergleich zu anderen BVB-Profis nicht so hoch ausfallen.

Omer Toprak

In Dortmund hat Toprak keine Zukunft mehr



Zugegeben, sportlich war Toprak nicht immer das Gelbe vom Ei. Jedoch spielte er selten unterirdisch oder schob sich selber in Abseits. Es reichte zwar offensichtlich irgendwann nicht mehr für die Konkurrenz in der Abwehr, doch dies ist in Dortmunds starken Kader sowieso keine Überraschung.


Der Hate gegen die Person Toprak erscheint von außen gesehen daher etwas sinnlos. Irgendwie erscheint es noch unlogischer als sonst, den Spieler irgendwie zu kritisieren. Vor allem aber spricht es gegen die oft gefeierte Einstellung der Dortmunder. "Echte Liebe", heißt es so gerne. Aber nun ja, das scheint wohl nicht immer zu gelten.