Bei nur wenigen Spielern im europäischen Klubfußball ist die Diskrepanz zwischen ​eigenem Anspruch mit Tendenz zum Größenwahn und tatsächlich erbrachten Leistungen so groß wie bei Emre Mor. Nachdem der zweifelsohne hoch veranlagte Offensivspieler bereits beim ​BVB an seiner Disziplinlosigkeit gescheitert war, legte sich der 21-Jährige nun offenbar mit einer von ihm zuvor eigenhändig eingestellten Beraterfirma an.


Aktuell steht der 15-fache türkische Nationalspieler noch beim spanischen Erstligisten Celta Vigo unter Vertrag. In der abgelaufenen Spielzeit kam der Offensivspieler jedoch nur auf zehn Ligaeinsätze und wurde sogar ​gleich zweimal suspendiert. Spieler und Klub haben sich daher längst darauf geeinigt, in Zukunft getrennte Wege zu gehen. Als potenzieller Abnehmer konnte dabei zuletzt Galatasaray Istanbul ausgemacht werden. Durch einen Alleingang des Ex-Borussen könnte der fast schon sicher geglaubte Deal nun aber womöglich noch ins Wanken kommen.

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Auch bei Celta Vigo eckte Emre Mor immer wieder an



Auf der Suche nach einem neuen Klub hatte sich Mor zuvor an die Agentur WBD Sports gewandt. Nachdem die Beraterfirma bereits ihre Arbeit aufgenommen hatte, soll der flinke Tempodribbler aber hinter deren Rücken eigenmächtig tiefergehende Gespräche mit Galatasaray geführt haben und nach Ansicht der Agentur somit entgegen die vertragliche Abmachung gehandelt haben. In einem Schreiben, das mittlerweile auch in diversen soziale Netzwerken aufgetaucht ist, kündigte WBD Sports nun sogar rechtliche Schritte gegen den Vigo-Profi ein.


"Galatasaray hat uns informiert, dass Sie uns aus den Verhandlungen ausschließen und den Transfer direkt mit dem Klub organisieren wollen. Wenn Sie uns nicht in drei Tagen antworten, werden wir unsere Anwälte aktivieren", so Teile des Wortlauts. Wenn es für Mor ganz dumm läuft, könnte auch der türkische Spitzenklub die Faxen dicke haben und nun doch von einer Verpflichtung des Skandal-Profis absehen.

Dabei hatte man sich bislang durchaus berechtigte Hoffnungen machen können, dass der sensible Offensivspieler im Gala-Trikot wieder an seine Glanzzeiten anknüpfen könnte. Mit ​Cheftrainer Fatih Terim hatte der Youngster bereits in der türkischen Nationalmannschaft erfolgreich zusammengearbeitet und so gilt der erfahrene Coach gemeinhin als der bislang wohl einzige Trainer, der einen echten Zugang zu dem alles andere als einfachen Linksaußen aufbauen konnte.