​Der ​Hamburger SV hat sich nach dem am Ende missglückten Experiment mit Hannes Wolf in diesem Sommer auf der Trainerposition neu aufgestellt und mit ​Dieter Hecking dabei einen alten Hasen ans Steuer gelassen. Auch der Kader wurde einer tiefgreifenden Generalüberholung unterzogen. ​Investor Klaus-Michael Kühne zeigte sich von den Kaderanpassungen aber nun alles andere als überzeugt.


Dafür, dass der 82-jährige Geschäftsmann bekannt ist, in Sachen HSV kein Blatt vor den Mund zu nehmen, war es um den starken Mann rund um den Hamburger SV zuletzt verhältnismäßig ruhig. Wer jedoch geglaubt hatte, dass sich der Milliardär (endlich) aus den sportlichen Belangen seines Herzensvereins heraushalten würde, sieht sich nun getäuscht. In einem Beitrag in der Zeit hat sich der gebürtige Hamburger nun nämlich wieder einmal alles andere als zimperlich gezeigt und den Rothosen kein gutes Zeugnis ausgestellt.

Hamburger SV Training Session

Dieter Hecking muss das HSV-Puzzle zusammensetzen


​So ist in der schriftlichen Stellungsnahme des Hanseaten unter anderem zu lesen, dass die derzeitige Mannschaft auf ihn persönlich bislang noch "kunterbunt zusammengewürfelt" wirke. Schmecken dürften diese Worte insbesondere der ​sportlichen Führung des einstigen Bundesliga-Dinos mit Sicherheit nicht. Da helfen auch die abmildernden Worte von Kühne nicht, in denen er zumindest seine Hoffnung darauf zum Ausdruck brachte, dass es dem Sportvorstand und dem Trainer gelingen werde aus den einzelnen Versatzstücken "ein starkes Team" zu formen. "Das wünsche ich mir wenigstens sehr", so Kühne.


Es bietet sich also an, die Kühne-Aussagen als Anlass zu nehmen und einen Blick auf den bisherigen Transfersommer der Hamburger zu werfen. Mit Douglas Santos musste man zwar den wohl besten Spieler der letzten Jahre ​an Zenit St. Petersburg abgeben. Die Einnahmen in Höhe von zwölf Millionen Euro mildern jedoch die Schmerzen. Darüberhinaus gab der HSV vorrangig Spieler ab, die zuletzt keine große Rolle gespielt hatten. Dem gegenüber stehen bislang neun Neuzugänge, für die der HSV insgesamt nur knapp zehn Millionen Euro ausgeben musste.

Douglas Santos

Rein sportlich ist der Abgang von Douglas Santos kaum zu kompensieren


Konzentriert haben sich die Hamburger dabei vor allem auf entwicklungsfähige Spieler und  Profis mit einer gewissen Zweitligaerfahrung. Weitere Transfers sollen aber noch folgen. Finanziell unterstützt werden die Hamburger dabei von Kühne, wie bereits zuvor angekündigt, nicht. "Ein weiteres finanzielles Engagement habe ich bis auf Weiteres nicht vorgesehen", so der langjährige Investor.


Da neben Douglas Santos auch die Abgänge von Jann-Fiete Arp und Filip Kostic weitere Einnahmen in die Vereinskasse gespült haben, dürften die Hamburger aber auch ohne die Kühne-Millionen derzeit finanziell gut aufgestellt sein. Aus dem vermeintlich miesen Zwischenzeugnis könnte daher durchaus noch ein gutes Abschlusszeugnis werden.