Seit einigen Jahren legen Fußballklubs vor allem Wert auf junge Spieler. Ob Lionel Messi, Cristiano Ronaldo, Manuel Neuer, Marco Reus oder Jadon Sancho - auf den Durchbruch mussten viele der heutigen Stars nicht lange warten. Einige Akteure haben in ihrer Karriere jedoch viele Anläufe gebraucht, ehe es für den Sprung in die Kategorie 'Weltklasse' gereicht hat. Sieben davon wollen wir euch in der folgenden Übersicht vorstellen.


Felipe

FBL-EUR-C1-ROMA-PORTO

Am 28. Mai verkündete der FC Porto den Wechsel von Innenverteidiger Felipe zu Atlético Madrid. Der Brasilianer tritt in die Fußstapfen von Vereinsikone Diego Godin und den zum FC Bayern abgewanderten Lucas Hernandez; eine Chance, auf die er lange warten musste. 

In seiner brasilianischen Heimat wechselte er 2011 von Bragantino zu Coimbra-MG, wurde zunächst an Bragantino, dann an Corinthians Sao Paulo verliehen und im Januar 2016 vom siebenfachen brasilianischen Meister fest verpflichtet. Nur wenige Monate später schlug der FC Porto für 8,2 Millionen Euro zu. Bei den Drachen entwickelte sich Felipe, der bei seiner Ankunft bereits 27 Jahre alt war, auf Anhieb zum Stammspieler, absolvierte insgesamt 142 Pflichtspiele und wechselt nun mit 30 Jahren zu Atlético Madrid.


Hector Herrera

FBL-ESP-LIGA-ATLETICO

Mit Hector Herrera verlor der FC Porto vor wenigen Tagen einen weiteren Akteur an Atlético Madrid. Der Mexikaner kommt als Ersatz für Rodrigo, der nach nur einem Jahr bei den Rojiblancos für 70 Millionen Euro an Manchester City verkauft wurde. 

Mit 29 Jahren gehört Herrera bereits zu den älteren Eisen. Mit 23 Jahren wechselte das Eigengewächs des mexikanischen Erstligisten CF Pachuca für elf Millionen Euro nach Porto, nach einem Jahr Eingewöhnungszeit, in der er immer wieder zur zweiten Mannschaft geschickt wurde, entwickelte er sich zum unangefochtenen Stammspieler. Neben 70 Länderspielen für Mexiko stehen daher 245 Partien beim FC Porto zu Buche, künftig darf er sich auf höchstem Niveau bei Atlético beweisen.


Jamie Vardy

Jamie Vardy

Bei Leicester City ist Jamie Vardy eine waschechte Ikone. Der 1,79 Meter große Angreifer war an der überraschenden Meisterschaft vor drei Jahren mit 24 Toren maßgeblich beteiligt, debütierte im Sommer 2015 sogar für die englische Nationalmannschaft und absolvierte 26 Länderspiele. Doch Vardy, mittlerweile 32 Jahre alt, hat einen steinigen Pfad hinter sich.

​Nach seiner Ausmusterung in der Nachwuchsakademie von Sheffield Wednesday im Jahr 2002 hing er seine Schuhe bereits an den Nagel, arbeitete in einer Kohlefaserfabrik und erhielt eine sechsmonatige Ausgangssperre nach einer Schlägerei in einem Nachtclub. Ein Jahr später wagte er beim Amateurklub Stocksbridge Park Steels einen Neuanfang, über Halifax Town und Fleetwood Town landete er 2012 schlussendlich bei Leicester City, das damals noch in der zweiten englischen Liga spielte. Mittlerweile steht Vardy bei 270 Pflichtspielen für die Foxes, in denen er 107 Tore erzielte.


Didier Drogba

Chelsea's Ivorian forward Didier Drogba

Mit 209 Toren in 640 Pflichtspielen ist Frank Lampard der Rekordtorschütze des FC Chelsea, doch dicht hinter dem neuen Trainer der Blues liegt Didier Drogba mit 164 Treffern in 381 Partien. Der Ivorer, der seine Laufbahn im Jahr 2012 mit seinen entscheidenden Toren im Champions-League-Finale gegen den FC Bayern München krönte, startete allerdings erst mit 25 Jahren durch.


Im Sommer 2003 verpflichtete ihn Olympique Marseille für sechs Millionen Euro von EA Guingamp. Drogba, der zuvor unter anderem für Olympique Vannes, Levallois SC und dem FC Le Mans auflief, erzielte in 55 Pflichtspielen 32 Tore und wechselte nur ein Jahr später für 38,5 Millionen Euro zum FC Chelsea. Acht Jahre später war er eine absolute Ikone, die in China, der Türkei und den USA seine Karriere ausklingen ließ - natürlich mit einem Zwischenstopp in London (2014 - 2015).


Miroslav Klose

Miroslav Klose

Kein männlicher Spieler hat bei einer Fußball-Weltmeisterschaft mehr Tore erzielt als Miroslav Klose. Der ehemalige Stürmer des 1. FC Kaiserslautern, Werder Bremen, Bayern München und Lazio Rom erzielte beim legendären 7:1 im Halbfinale gegen Brasilien vor fünf Jahren sein 16. WM-Tor und überholte somit Ronaldo, der 2006 den langjährigen Rekord von Gerd Müller (14) überbot.

​Doch Klose, der nach seiner schulischen Laufbahn eine Lehre als Zimmermann begann, schaffte verhältnismäßig spät den Sprung in den Profibereich. 1999, im Alter von 21 Jahren, wechselte er in die Reserve der Lauterer, verbrachte zuvor ein Jahr beim Regionalligisten FC Homburg 08, wo er auch in der zweiten und dritten Mannschaft zum Einsatz kam. Nach einigen Kurzeinsätzen bei den Profis war er ab der Saison 2000/01 Stammspieler, 2004 folgte der Schritt nach Bremen. Drei Jahre später zahlten die Münchner Bayern 15 Millionen Euro für den heute 41-Jährigen, der derzeit die U17 des Rekordmeisters betreut. 


Luca Toni

Bayern Munich's Italian striker Luca Ton

Mit nur 20 Jahren dachte Luca Toni bereits an ein Karriereende. Der großgewachsene italienische Angreifer wurde 1997 bei Fiorenzuola aussortiert, gab allerdings nicht auf und spielte sich aus dem Amateurbereich bis in die Serie A hoch. Über die Stationen US Palermo und AC Florenz landete er 2007 schlussendlich beim FC Bayern, kehrte nur zweieinhalb Jahre später in seine Heimat zurück und bewies im Herbst seiner Karriere bei Hellas Verona, dass das Alter im Fußball kaum eine Rolle spielt: In der Saison 2014/15 wurde er mit 22 Treffern Torschützenkönig der Serie A.


Sandro Wagner

Sandro Wagner

Nachdem der SV Darmstadt im Jahr 2015 den Aufstieg in die Bundesliga feierte, entwickelten sich die Lilien zum Auffangbecken für zuvor gescheiterte Bundesliga-Profis. Dazu zählte auch Sandro Wagner, der nach seiner Ausbildung beim FC Bayern nur wenig Glück hatte und weder beim MSV Duisburg, noch bei Werder Bremen, dem 1. FC Kaiserslautern oder Hertha BSC Berlin überzeugen konnte.


In Darmstadt aber war er mit 14 Toren maßgeblich am überraschenden Klassenerhalt beteiligt. Nach nur einer Saison zog es den damals 28-Jährigen zur TSG Hoffenheim, im Januar 2018 kehrte er für 13 Millionen Euro zum FC Bayern zurück. Mittlerweile spielt er für den chinesischen Erstligisten Tianjin Teda und gilt als einer der bestbezahlten deutschen Fußballer.