​​Jogi Löw (59) ist noch bis zur Weltmeisterschaft in Katar 2022 Bundestrainer. Dennoch häuften sich in letzter Zeit Aussagen über mögliche Nachfolger. So brachte Löw selbst seinen Assistenten Marcus Sorg (53) ins Spiel, und fand auch für den Trainer der U21, Stefan Kuntz (56), lobende Worte. Jetzt hat sich mit​ Ralf Rangnick (61) ein weiterer Kandidat in Stellung gebracht. 


Erst vor kurzem offenbarte Bundestrainer Jogi Löw, dass er sich Marcus Sorg sehr gut als seinen Nachfolger vorstellen könne. Auch Stefan Kuntz traut er dieses Amt ohne Wenn und Aber zu. 


Wie er über die Personalie Ralf Rangnick denkt, ist bislang nicht überliefert. Der gab gegenüber der Zeit Einblicke in sein Inneres: "Nationaltrainer zu sein, das gehört zu den Dingen, über die ich in Zukunft nachdenken würde." 


Auffällig: Während der Trend in den Bundesligavereinen dahin geht, immer jüngere Übungsleiter auf ihren Trainerbänken zu installieren, scheint für das Amt des Bundestrainers nur ein Mann in Frage zu kommen, der die Fünfzig überschritten kann. Denn auch Jürgen Klopp (52), der in diesem Zusammenhang in den letzten Jahren immer genannt wurde, hat die halbe Hundertschaft an Jahren bereits überschritten. Genauso wie Dieter Hecking (54), der vor ein paar Monaten ebenfalls mal laut über diese Herausforderung nachdachte. Fachlich sind wohl alle Kandidaten geeignet. 


Vorteile hätten Rangnick, Klopp und Hecking gegenüber den anderen beiden Kandidaten (Kuntz und Sorg) dahingehend, dass sie auch die Abläufe in einem Bundesliga-Verein aus dem Eff-Eff kennen. Das ist bei einer verknüpfenden Aufgabe wie der des Bundestrainers sicherlich wichtig. 


So klingt es auch in Rangnicks Aussage an: "Auch in dieser Position würde ich den Fokus darauf richten, mich im permanenten Austausch mit den Klubs zu befinden, mir regelmäßig ihre Trainingseinheiten anzuschauen und dadurch die zukünftigen Talente mitzuentwickeln." 


Rangnick hat Vereinserfahrung auf Bundesliga-Niveau bei dem SSV Ulm, VfB Stuttgart, Hannover 96, TSG Hoffenheim, Schalke 04 und RB Leipzig sammeln können. Auf allen seinen Stationen war er erfolgreich. 


Bis zur WM in Katar sind es noch mehr als drei Jahre. Im Fußball eine derart lange Zeitspanne, dass sich Prognosen, wer denn wohl am Ende Löw beerben wird, zum heutigen Zeitpunkt verbieten. Schön zu sehen ist aber, dass es in Deutschland nicht an geeigneten Kandidaten mangelt. Und wer weiß: Vielleicht wird es am Ende auch eine ganz neue Personalie. Jogi Löw hatten nach dem Sommermärchen von 2006 auch nur die wenigsten als Nachfolger von Jürgen Klinsmann auf dem Zettel.